Niedersachsen. Im März 2026 führten Kommunen und der Zoll in Niedersachsen umfangreiche Kontrollen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit im Friseurhandwerk durch. Die Aktionstage deckten zahlreiche Verstöße gegen die Handwerks- und Gewerbeordnung auf und betonen die Bedeutung der Zusammenarbeit mehrerer Behörden im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität.
Gemeinsam stark handeln: schwarzarbeit friseurhandwerk niedersachsen
Die Aktionstage am 14. und 16. bis 18. März wurden von den kommunalen Schwarzarbeitsbekämpfungsbehörden sowie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Hauptzollämter Braunschweig, Bremen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück durchgeführt. Unterstützt wurden sie von weiteren Behörden wie der Polizei, den Ausländerbehörden, Jobcentern und Gesundheitsämtern. Insgesamt überprüften 372 Betriebe und 865 Personen in verschiedenen Regionen Niedersachsens. Dabei wurden 429 Verdachtsfälle von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung ermittelt.
Fokus auf das Friseurhandwerk
Das Hauptaugenmerk der Kontrollen lag auf dem Friseurhandwerk und dem Kosmetikgewerbe, das kürzlich als besonders anfälliger Wirtschaftszweig für Schwarzarbeit eingestuft wurde. Dabei überprüften 103 kommunale Mitarbeitende die Einhaltung der Vorschriften der Handwerks- und Gewerbeordnung. Es wurden 100 mutmaßliche Verstöße festgestellt, unter anderem fehlende Handwerksrolleneintragungen bei zulassungspflichtigen Arbeiten sowie fehlende Gewerbeanzeigen bei selbstständigen Gewerbeausübungen.
Ergebnisse und Rechtsverstöße
Die 198 Beschäftigten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit fanden 61 Verdachtsfälle möglicher Mindestlohngesetzverstöße und 44 Fälle, in denen geprüft wird, ob Sozialversicherungsbeiträge nicht korrekt abgeführt wurden. Zudem sind 26 Fälle aufenthaltsrechtlicher Verstöße und 66 mögliche Fälle von Sozialleistungsmissbrauch in Prüfung. Insgesamt wurden weiterhin 132 weitere Verstöße, etwa gegen sozialversicherungsrechtliche Meldevorschriften, festgestellt.
„Die Bekämpfung der Schwarzarbeit ist und bleibt von zentraler Bedeutung für unsere Wirtschaftspolitik. […] Gemeinsam setzen wir ein deutliches Zeichen für Fairness und stärken all jene, die ehrlich und hart arbeiten“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne.
Regionale Schwerpunkte und besondere Vorkommnisse
In mehreren niedersächsischen Regionen wie Braunschweig, Oldenburg, Hannover und Lüneburg wurden unter anderem folgende Verstöße festgestellt:
- Betriebsschließung in Osnabrück wegen Löschung aus der Handwerksrolle
- Untersagung und Versiegelung eines Barber-Shops im Landkreis Lüchow-Dannenberg
- Vorläufige Untersagungen von Friseursalons im Landkreis Verden
- Illegale Beschäftigung eines Touristen mit Schengen-Visum in Hannover
Insgesamt kamen 58 Bedienstete aus verschiedenen Verwaltungsstellen und Behörden zum Einsatz. Durch die hohe Präsenz vor Ort soll auch eine präventive Wirkung erzeugt werden.
„Das ist unser Beitrag zum Schutz ehrlicher Betriebe. Die sichtbare Präsenz auf der Straße gemeinsam mit unseren kommunalen Partnern schafft zudem eine spürbare Präventivwirkung“, erklärte Constanze Voß, Direktionspräsidentin der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.
Weitere Informationen zu den Mechanismen und Überprüfungen bei Schwarzarbeit bietet das Niedersächsische Wirtschaftsministerium auf seiner offiziellen Webseite. Zum Thema Schwarzarbeit allgemein informiert die Zollverwaltung ausführlich.
Für weitere regionale Berichte und Informationen zu Themen wie Wirtschaft und Recht besuchen Sie auch regionalupdate.de.
Abschluss: Fortführung der Kontrollmaßnahmen geplant
Die erfolgreiche Durchführung der landesweiten Aktionstage zeigt die effiziente Kooperation verschiedener Behörden im Kampf gegen Schwarzarbeit im Friseurhandwerk. Die Kontrollen werden fortgesetzt, um gleichbleibend hohe Standards bei legaler Beschäftigung zu sichern. Verstöße werden gegebenenfalls mit Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren geahndet, und zu Unrecht bezogene Sozialleistungen werden zurückgefordert. Niedersachsen bleibt damit aktiv, um faire Wettbewerbsbedingungen für alle Betriebe zu gewährleisten.

