Frankfurt am Main. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG) haben eine neue Kooperation zur interdisziplinären Behandlung von chronischen Rückenschmerzen gestartet. Ziel ist eine bessere Diagnostik und Therapie für Patienten durch gezielte Zusammenarbeit von Schmerzmedizinern, Wirbelsäulenspezialisten, Physiotherapeuten und Psychologen.
So behandeln Experten Rückenschmerzen
Gemeinsame Behandlung statt Einzeldisziplin
Die neuen Leitlinien basieren auf einem Teamansatz. Schmerzmediziner, Wirbelsäulenspezialisten, Physiotherapeuten und Psychologen besprechen regelmäßig individuelle Patientenfälle in gemeinsamen Fallkonferenzen. So wird entschieden, ob eine konservative Therapie oder ein operativer Eingriff sinnvoll ist. Das Ziel ist es, Fehlentscheidungen zu vermeiden und die Behandlungsqualität zu steigern.
„Unsere Kooperation ist ein wichtiger Schritt nach jahrelangen Diskussionen über die Frage des ‚Wartens oder Handelns‘“, erklärte PD Klaus J. Schnake, Präsident der DWG.
Konservative Therapie zuerst, Operation nur bei klaren Indikationen
Bei starken nicht-spezifischen Rückenschmerzen empfehlen die Experten zunächst konservative Maßnahmen wie Schmerztherapie und Physiotherapie kombiniert mit psychologischer Unterstützung. Operationen sind nur bei eindeutigen strukturellen Problemen angezeigt, etwa bei drückenden Bandscheibenvorfällen oder enger Spinalkanälen mit Gefahr für dauerhafte Nervenschäden.
Priorität bei neurologischen Ausfällen
Ein Bandscheibenvorfall mit neurologischen Ausfällen wie Taubheit oder Lähmungen gilt als dringlicher Fall. Bei diesen Symptomen ist eine schnelle Operation meist notwendig, oft innerhalb weniger Tage, um bleibende Schäden zu verhindern. Das Kauda-equina-Syndrom mit Blasen- oder Darmausfall ist ein Notfall, der umgehend behandelt werden muss.
Behandlung älterer Patienten mit minimalinvasiven Verfahren
Bei älteren Menschen mit Spinalkanalstenose sind minimalinvasive Eingriffe sinnvoll, um Mobilität und Lebensqualität zu verbessern. Dabei wird der verengte Kanal schonend erweitert, oft mit kurzer Erholungszeit. Die Entscheidung erfolgt individuell, abgestimmt auf den Allgemeinzustand des Patienten.
Weitere Informationen zu Schmerztherapie und Rückenschmerzen finden sich auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin dgschmerzmedizin.de, die neben evidenzbasierten Therapien auch Fortbildungen und innovative Versorgungsmodelle anbietet.
Für allgemeine Informationen zu Rückenschmerzen und Behandlungsempfehlungen verweist regionalupdate.de auf die Seiten des Gesundheitsportals des Bundesgesundheitsministeriums, etwa gesundheitsinformation.de.
Kooperation von DGS und DWG für bessere chronische Rückenschmerzen Behandlung
Die Zusammenarbeit von DGS und DWG will die Versorgung von Rückenschmerzpatienten durch klar definierte Behandlungspfade und evidenzbasierte Leitlinien verbessern. Künftig sollen gemeinsame Praxisleitlinien entwickelt und fallbezogene multidisziplinäre Konferenzen etabliert werden. Auch die Nutzung von Patientenregistern soll mehr Transparenz und bessere Therapien gewährleisten.
Auf den kommenden Fachkongressen wie dem Innovationsforum DGS 2026 in Kassel und den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen 2027 in Frankfurt/Main wird die Kooperation weiter vertieft und öffentlich diskutiert. Rückenschmerzpatienten werden so darin unterstützt, die individuell beste Behandlung zu erhalten – auf Basis gemeinsamer Fachexpertise statt Silodenken.
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