LMU entwickelt Schutzstrategien gegen Klimawandel in Städten

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München. Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) arbeitet gemeinsam mit der Universität Augsburg, dem Universitätsklinikum Augsburg (UKA) und der Technischen Universität München (TUM) an neuen Anpassungsstrategien, um die Gesundheit in Städten angesichts des Klimawandels besser zu schützen. Das Projekt „MEDICUS“ entwickelt praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Lösungen für eine klimaresiliente Stadtentwicklung.

Gesundheit in Städten schützen: Anpassungsstrategien Gesundheit Städte

Das Verbundprojekt MEDICUS fokussiert sich auf die medizinischen Auswirkungen des Klimawandels im urbanen Raum. Ziel ist es, die Herausforderungen durch extreme Hitze, Luftverschmutzung und weitere Umweltbelastungen, die vor allem vulnerable Gruppen wie Kinder, Ältere und chronisch Kranke betreffen, anzugehen. Dabei kommen hochaufgelöste Stadtklima- und Umweltmodellierungen sowie großskalige Klimasimulationen zum Einsatz. Die so gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für konkrete Handlungsempfehlungen, die individuelle Gesundheit, urbane Lebensräume und das Klima berücksichtigen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Das Projektteam setzt sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der LMU, der Uni Augsburg, dem UKA und der TUM zusammen. Projektleiterin Dr. Magdalena Mittermeier (LMU) arbeitet im Bereich Klima- und Umweltmodellierung, Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Uni Augsburg / UKA) fokussiert auf Umweltmedizin, und Dr. Stefanie Ruf (TUM) ist für Stadtplanung und Urban Design zuständig. Diese interdisziplinäre Kooperation ermöglicht es, klimatologische, medizinische und städtebauliche Aspekte miteinander zu verbinden.

„Unser Ziel ist es, klimabedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren, das Problembewusstsein zu stärken und die Resilienz auf Nachbarschaftsebene zu erhöhen“, sagte Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann.
„Dieser Ansatz ermöglicht es uns, sowohl langfristige Belastungstrends als auch kurzfristige Belastungsspitzen durch Hitze und Luftschadstoffe präzise zu erfassen“, erklärte Dr. Magdalena Mittermeier.

Praxisnahe Lösungsansätze in Reallaboren

In sogenannten Reallaboren auf Quartiersebene in München und Augsburg entwickeln Forschende gemeinsam mit Kommunen, lokalen Akteuren und der Bevölkerung partizipative Anpassungsmaßnahmen. Dabei stehen vielfältige Beteiligungs- und Bildungsformate im Fokus, darunter eine Resilienz-App, die den Wissenstransfer unterstützt und Öffentlichkeit einbindet. Das Projekt fördert somit evidenzbasierte Entscheidungsprozesse und stärkt die nachhaltige Gestaltung der urbanen Lebensumwelt.

Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks (BayKlif-2) für fünf Jahre mit 1,375 Millionen Euro gefördert.

Nächste Schritte für klimaresiliente Städte

MEDICUS will die Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsstrategien in den kommenden Jahren weiter vorantreiben. Die Ergebnisse sollen systematisch in Bildungs- und Weiterbildungsangebote integriert werden, um Kommunen, Entscheidungsträger und Bürgerinnen sowie Bürger gleichermaßen zu informieren und aktiv einzubeziehen. Geplant sind zudem weitere Reallabore und die Ausweitung innovativer digitaler Formate zur Unterstützung urbaner Transformation.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Bericht zu klimabedingten Gesundheitsrisiken in Städten.

Externe umfassende Informationen zum Klimawandel und Gesundheit bietet das Umweltbundesamt unter www.umweltbundesamt.de.


Prof. Dr. Ralf Ludwig
Fakultät für Geowissenschaften
Ludwig-Maximilians-Universität München

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