Niedersachsen. Die Länder Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt fordern kurzfristige Entlastungsmaßnahmen für die kriselnde chemische Industrie in Deutschland. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird deutlich, dass die bisherige „Chemieagenda 2045“ nicht ausreichend zur Stabilisierung der Branche beigetragen hat. Die Forderung nach chemieindustrie massnahmen deutschland richtet sich auf wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und Anpassungen bei EU-Regelungen.
Konkrete Chemie-Maßnahmen
Die beteiligten Bundesländer betonen in ihrem Schreiben an die Bundesregierung die dringende Notwendigkeit praxisnaher und kurzfristig wirksamer Maßnahmen zur Stärkung der chemischen Industrie. Diese soll durch gezielte politische Instrumente wieder wettbewerbsfähig werden.
Forderungen der Länder im Überblick
Die Länder lehnen die bisherigen Ergebnisse der Chemieagenda 2045 als unzureichend ab und fordern unter anderem:
- Wettbewerbsfähige Strom- und Gaspreise für zentrale Chemiestandorte
- Kombination von Industriestrompreis und Strompreiskompensation
- Verlängerung der kostenfreien Zertifikatezuteilung auf dem Niveau von 2025
- Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren
- Vorläufigen Verzicht auf die Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie (IED) bis EU-Regulatorien angepasst sind
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, finanzielle Belastungen zu reduzieren und regulatorische Hürden abzubauen, um Produktions- und Arbeitsplätze zu sichern.
Kritik am bisherigen Vorgehen der Bundesregierung
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne äußert deutlich, dass die Bundesregierung den Ernst der Lage noch nicht ausreichend anerkannt habe:
„Der Ansatz der Chemieagenda 2045 der Bundeswirtschaftsministerin, gemeinsam mit Standortländern, Unternehmen und Sozialpartnern einen Weg zur Sicherung von Produktion und Arbeitsplätzen zu finden, war theoretisch gut. Praktisch hat der Prozess aber noch nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt, weil für keines der akuten Schlüsselprobleme der Chemieindustrie kurzfristige Lösungen aufgezeigt wurden. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung den Ernst der Lage noch immer nicht erfasst hat.“
Er warnt vor erheblichen Schäden für die Branche und die Beschäftigten ohne schnelle politische Reaktionen.
Nächste Schritte für die chemische Industrie
Die Bundesländer arbeiten weiterhin konstruktiv mit dem Bund an Lösungen, sehen sich aber durch die Zeit unter Druck gesetzt. Das gemeinsame Schreiben appelliert an das Wirtschaftsministerium, die Chemieagenda 2045 zeitnah mit konkreten Maßnahmen zu ergänzen und effektiv umzusetzen.
Geplant ist, die noch fehlenden Entlastungen kurzfristig einzuführen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Existenz wichtiger Industriearbeitsplätze zu sichern. Weitere Gespräche zwischen den beteiligten Ländern und der Bundesregierung stehen an.
Mehr Informationen zur Chemieindustrie und zu aktuellen Branchenentwicklungen finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der Website des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft Niedersachsen Presseinfo.
Auch die Europäische Kommission informiert ausführlich zu Industrieemissionsrichtlinien und Umweltgesetzgebung auf ec.europa.eu.

