Für die Kinder der Maria-Frieden-Grundschule in Coesfeld begannen die Osterferien in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Highlight. Kurz vor dem letzten Schultag hieß es: Kisten packen und Probesitzen! Mit großer Begeisterung nahm die Schulgemeinschaft ihren frisch fertiggestellten Erweiterungsbau in Beschlag. Wo vor Kurzem noch Handwerker das Sagen hatten, füllten nun Kinderlachen und reges Treiben die Flure. Es war ein Moment der Vorfreude auf das, was die Schülerinnen und Schüler nach den Ferien dauerhaft erwarten wird: eine moderne Lernumgebung, die Architektur und Pädagogik auf höchstem Niveau vereint.
Licht, Luft und beste Akustik: Ein Ort zum Wohlfühlen
Der erste Eindruck des Neubaus wird durch Helligkeit und Transparenz geprägt. Große Fensterflächen lassen viel natürliches Licht in die modern ausgestatteten Klassenräume und schaffen eine freundliche Atmosphäre. Besonders stolz ist Schulleiter Benedikt Wachsmann auf die technische Umsetzung des Gebäudes: „Wir merken hier jetzt schon die gute Akustik“, betonte er beim gemeinsamen Rundgang mit den Architekten und der Bauleitung. Eine gute Raumakustik ist ein entscheidender Faktor für konzentriertes Lernen und ein entspanntes Miteinander, insbesondere in einer Grundschule.
Neben den klassischen Klassenräumen verfügt der Neubau über großzügige Differenzierungsbereiche. Diese bieten Raum für individuelles Lernen in Kleingruppen oder für eine gezielte Förderung abseits des Frontalunterrichts. Ein zentrales Herzstück im Erdgeschoss ist der neue Teamraum. Er dient künftig als gemeinsame Anlaufstelle für alle, die an der Schule arbeiten – vom Lehrerkollegium über das Sekretariat bis hin zum Team der Offenen Ganztagsschule (OGS). Während die Kinder nun in den Ferien sind, werden die letzten Restarbeiten erledigt, damit zum Schulstart nach Ostern alle sieben Klassen ihre neuen Räumlichkeiten vollumfänglich nutzen können.

Blick in die Zukunft: Energetische Sanierung und pädagogische Einheit
Mit der Fertigstellung des Neubaus ist das Großprojekt an der Maria-Frieden-Grundschule jedoch noch nicht am Ende. Im nächsten Bauabschnitt richtet sich der Fokus auf die bestehende Infrastruktur. Die Turnhalle sowie der alte Schulbau aus den 1970er Jahren werden umfassend modernisiert. Dabei spielt die Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle: Durch eine energetische Sanierung soll das Bestandsgebäude nahezu den Standard eines Neubaus erreichen. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch eine Photovoltaik-Dachanlage, die mit Mitteln des Landes NRW aus dem Programm für Klimaschutztechnik gefördert wird.
Das architektonische Ziel geht jedoch über die bloße Sanierung hinaus. Alt- und Neubau sollen künftig eine „räumlich-funktionale Einheit“ bilden. Dieses Konzept ist die Basis für moderne pädagogische Ansätze, bei denen Schulunterricht und Ganztagsbetreuung fließend ineinandergreifen. Durch die Verbindung der Gebäudeteile entstehen kurze Wege und neue Gemeinschaftsflächen, die das soziale Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft stärken sollen.
Ein 19,6-Millionen-Euro-Projekt für Coesfelds Nachwuchs
Die Investition in die Maria-Frieden-Grundschule ist ein klares Bekenntnis der Stadt Coesfeld zum Bildungsstandort. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von etwa 19,6 Millionen Euro. Laut aktueller Planung liegen die Arbeiten sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen. Neben den Landesmitteln für den Klimaschutz wird die Erweiterung und Sanierung maßgeblich durch die KfW gefördert.
Wenn alles nach Plan läuft, wird das gesamte Bauvorhaben voraussichtlich im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Dann wird die Maria-Frieden-Grundschule über einen Campus verfügen, der nicht nur energetisch auf dem neuesten Stand ist, sondern auch den pädagogischen Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Der gelungene „Testlauf“ der Klasse 2a am letzten Schultag vor den Ferien war jedenfalls ein vielversprechender Vorgeschmack auf die neue Ära der Schule.


