158 Foto1 Delegation aus Nysa (C) Kreis Coesfeld, Madeleine Brüning

Brückenbauen im Herzen des Münsterlandes: Kreis Coesfeld empfängt Delegation aus Nysa

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Internationale Freundschaften beginnen oft mit einem ersten Händeschütteln, doch sie wachsen durch den persönlichen Austausch und das Verständnis für die Strukturen des Nachbarn. Vom 29. bis zum 31. März 2026 erlebte der Kreis Coesfeld einen solchen bedeutenden Moment der Annäherung. Unter der Leitung der stellvertretenden Landrätin Jolanta Barska besuchte eine Delegation aus dem polnischen Kreis Nysa das Münsterland. Dieser Gegenbesuch markiert einen Meilenstein auf dem Weg zu einer offiziellen Kreispartnerschaft, die vom Kreistag bereits im Mai des vergangenen Jahres aktiv auf den Weg gebracht wurde. Es ist ein lebendiges Zeichen dafür, dass Europa auf kommunaler Ebene zusammenwächst.

Ein Blick hinter die Kulissen: Verwaltung und Bildung im Fokus

Nach der Ankunft der polnischen Gäste am Sonntagabend startete der Montag mit einem straffen, aber erkenntnisreichen Programm. Im Kreishaus I hießen Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Kreisdirektor Dr. Linus Tepe die Besucher herzlich willkommen. Bei einer Führung durch die Kreisverwaltung und die Kreispolizeibehörde erhielten die Gäste aus Nysa tiefe Einblicke in die deutsche Verwaltungsstruktur. Solche Einblicke sind essenziell, um Gemeinsamkeiten in den Aufgabenbereichen zu finden – sei es in der öffentlichen Sicherheit oder der effizienten Bürgerberatung.

Ein zentraler Pfeiler der angestrebten Partnerschaft ist der Bildungssektor. Die Delegation besuchte das Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg, um das deutsche System der dualen Ausbildung kennenzulernen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste von der engen Verzahnung zwischen schulischer Lehre und der regionalen Wirtschaft. In Zeiten des Fachkräftemangels in ganz Europa bietet dieser Austausch wertvolle Impulse: Wie können junge Menschen optimal auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden? Welche internationalen Projekte können Schüler aus Coesfeld und Nysa künftig gemeinsam bestreiten? Die Potenziale für einen künftigen Schüleraustausch und gemeinsame Bildungsprojekte wurden hier sehr deutlich.

Kultur und Natur: Die verbindende Kraft der Region

Neben den fachlichen Gesprächen durfte das Kennenlernen der westfälischen Lebensart nicht fehlen. Der Kreis Coesfeld präsentierte sich von seiner besten Seite und zeigte der Delegation zwei seiner absoluten Highlights: die Dülmener Wildpferde und die Burg Vischering in Lüdinghausen. Während die Wildpferdebahn ein einzigartiges Naturerlebnis bot, vermittelte die Burg Vischering die reiche Geschichte und kulturelle Identität der Region. Diese Ausflüge dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern schufen den informellen Rahmen, in dem echte Sympathien entstehen.

Der Tag fand seinen feierlichen Abschluss bei einem gemeinsamen Abendessen in Billerbeck. Hier trafen die Gäste auf Vertreterinnen und Vertreter des Kreistags. In entspannter Atmosphäre wurden konkrete Ideen für die Zukunft geschmiedet. Man war sich einig: Eine Partnerschaft lebt nicht nur durch offizielle Urkunden, sondern durch den Austausch der Menschen in den Bereichen Jugend, Kultur und Sport. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr zog ein optimistisches Fazit und betonte, dass der Auftrag des Kreistags nun mit echtem Leben gefüllt werde. Mit der Abreise der Delegation am 31. März bleibt das Versprechen, die deutsch-polnische Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken und die freundschaftlichen Bande zwischen Coesfeld und Nysa weiter zu festigen.

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