Eine aktuelle Umfrage des TÜV-Verbands zeigt, dass nahezu die Hälfte der Erwerbstätigen Künstliche Intelligenz (KI) in ihrem beruflichen Alltag nutzt. Die Ergebnisse verdeutlichen nicht nur die Chancen, sondern auch die Herausforderungen und Unsicherheiten, die mit der Integration von KI in die Arbeitswelt verbunden sind.
Wachsende Nutzung von KI im Job
In Deutschland ist Künstliche Intelligenz (KI) im Berufsleben auf dem Vormarsch. Laut einer repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbands, durchgeführt von Forsa, nutzen bereits 45 Prozent der Erwerbstätigen KI in ihrem Job. Besonders häufig wird die Technologie zur Informationssuche eingesetzt (78 Prozent), gefolgt von der Texterstellung (46 Prozent) und der Ideenentwicklung (41 Prozent). Nur 10 Prozent der Befragten verwenden KI, um Code zu erstellen oder Daten zu analysieren.
Verunsicherung durch KI-Nutzung
Die weitreichende Akzeptanz von KI führt jedoch auch zu Unsicherheiten. Ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass ihre Tätigkeit vollständig oder teilweise durch KI ersetzt werden könnte. 65 Prozent sehen hingegen Veränderungen in ihren Arbeitsabläufen, anstatt einer vollständigen Ersetzung. Zudem ist ein Geschlechterunterschied in der Wahrnehmung zu beobachten: Männer glauben häufiger (36 Prozent), dass ihre Jobs ersetzbar sind, als Frauen (29 Prozent).
Mangel an Richtlinien und Schulungen
Trotz der steigenden Nutzung von KI fehlt es in vielen Unternehmen an klaren Richtlinien. Nur 32 Prozent der Beschäftigten gaben an, dass ihr Arbeitgeber konkrete Vorgaben für die Nutzung von KI bereitstellt. 54 Prozent haben gar keine Vorgaben oder Verbote erhalten. Dies führt dazu, dass viele Arbeitnehmer in den Umgang mit KI unvorbereitet sind: Nur 38 Prozent haben sich für die Nutzung von KI weitergebildet, und gerade einmal 8 Prozent investieren in kostenpflichtige Weiterbildungsangebote. Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, fordert daher Arbeitgeber auf, klare Richtlinien und Schulungsmaßnahmen zu schaffen, um den sicheren Einsatz von KI zu gewährleisten.
Kritische Auseinandersetzung mit KI-Ergebnissen
Obwohl immer mehr Beschäftigte KI nutzen, bleibt das Vertrauen in die Ergebnisse begrenzt. 88 Prozent der Nutzer sind sich bewusst, dass die Qualität der Ergebnisse stark von der präzisen Formulierung der Anfragen abhängt. Zudem sehen 69 Prozent die Notwendigkeit, die Ergebnisse zu überprüfen oder zu ergänzen. Dr. Bühler warnt davor, KI-Ergebnissen blind zu glauben und fordert dazu auf, die erzeugten Inhalte kritisch zu hinterfragen.

