Radikalisierung im Digitalen Raum: Fachaustausch in Niedersachsen

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In Niedersachsen fand der 10. Praxis- und Erfahrungsaustausch der Ausstiegsprogramme für Rechtsextremismus statt. Experten erörterten, wie man Radikalisierungsprozesse im digitalen Raum wirksam begegnen kann.

Digitale Räume und ihre Herausforderungen

Am 10. Oktober 2023 lud der Landespräventionsrat Niedersachsen zum bundesweiten Fachgespräch ins Niedersächsische Justizministerium ein. Unter dem Titel „Radikalisierung & Radikalisierungsprävention im digitalen Raum“ diskutierten Fachleute die Risiken und Chancen, die digitale Plattformen für Jugendradikalisierung bieten. In diesem Jahr nahmen Vertreter aus verschiedenen behördlichen und zivilgesellschaftlichen Ausstiegsprogrammen teil.

Radikalisierung durch moderne Technologien

Der Fokus der Veranstaltung lag auf den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz und gamingnahen Plattformen auf Radikalisierungsprozesse. Experte von Instituten wie dem Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) und der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW teilten Erkenntnisse darüber, wie extremistische Gruppierungen digitale Medien nutzen, um potenzielle Rekruten zu manipulieren. Die Teilnehmer erörterten zudem, wie diese Technologien auch für die Aufklärung und Prävention eingesetzt werden können, um Jugendlichen die nötigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um extremistischen Einflüssen zu widerstehen.

Prävention und Unterstützung für Jugendliche

Niedersachsens Justizministerin Dr. Wahlmann betonte in ihrer Eröffnungsrede die Notwendigkeit, im digitalen Raum präsent zu sein. „Digitale Welten gehören zur Lebensrealität unserer Kinder und Jugendlichen. Wir müssen auch dort unsere Angebote bereitstellen, wo sie sich aufhalten“, erklärte sie. Ziel ist es, professionelle Unterstützung bereitzustellen, um Kinder und Jugendliche zu stärken und sie gegen Rekrutierungs- und Radikalisierungsversuche zu immunisieren.

Der jährliche Fachaustausch hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2015 zu einem wichtigen Forum für mehr als 140 Ausstiegsberater*innen aus 35 Programmen deutschlandweit entwickelt. Er bietet nicht nur die Möglichkeit zur Reflexion und Weiterentwicklung von Ausstiegsstrategien, sondern auch zur Vernetzung zwischen verschiedenen Institutionen und Akteuren.

Die Arbeit des Landespräventionsrates Niedersachsen umfasst zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und zur Förderung von Demokratie. Diese Initiativen werden durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt und zielen darauf ab, einen umfassenden Schutz vor extremistischen Einflüssen zu gewährleisten sowie die Resilienz der Zivilgesellschaft zu stärken.

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