Am 10. April 2026 jährt sich der Krieg im Sudan, der über 150.000 Menschenleben gefordert hat. Diakonie Katastrophenhilfe und EKD bitten um mehr finanzielle Mittel für die humanitäre Hilfe, um lebenswichtige Versorgung für die Betroffenen sicherzustellen.
Dringender Handlungsbedarf zur Unterstützung der Betroffenen
Der bewaffnete Konflikt im Sudan ist nach wie vor eine der schwersten humanitären Krisen unserer Zeit. Momentan sind rund 21 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, während mehr als 13 Millionen Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben wurden. In Anbetracht dieser akuten Notlage fordern die Diakonie Katastrophenhilfe und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), dass international deutlich mehr finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden, insbesondere im Vorfeld der Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin.
Finanzierungslücken im humanitären Hilfsplan schließen
Im letzten Jahr wurde der humanitäre Hilfsplan für den Sudan nur zu 40 Prozent finanziert, was einer Finanzierungslücke von etwa 2,2 Milliarden Euro entspricht. Dies hat zur Folge, dass Millionen von Menschen in akuter Not keine Hilfe erhalten haben. Vor dem Hintergrund von Haushaltskürzungen in vielen Geberländern, einschließlich Deutschland, ist die Situation weiterhin kritisch. Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, betont: „Es braucht eine internationale Kraftanstrengung, um der derzeit größten humanitären Katastrophe wirksam zu begegnen.“
Die Lage der Geflüchteten im Tschad
Im Tschad leben bereits mehr als eine Million Menschen, die vor dem Konflikt im Sudan geflohen sind, wobei 90 Prozent davon Frauen und Kinder sind. Die Bedingungen in den Flüchtlingslagern sind zunehmend prekär, da die Versorgungsstrukturen unter Druck geraten. Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe sind vor Ort aktiv und haben wichtige Infrastrukturprojekte ins Leben gerufen, darunter Brunnen und Sanitäranlagen. Diese Maßnahmen sind entscheidend zur Verbesserung der Lebenssituation der Geflüchteten und der Aufnahmegemeinschaften.
Bischof Christian Stäblein, EKD-Beauftragter für Flüchtlingsfragen, weist auf die seelischen und physischen Traumata hin, die viele Flüchtlinge durchleiden. „Gerade in solchen Momenten braucht es umfassende Hilfe, sowohl für die Menschen auf der Flucht als auch für die, die sie im Tschad aufnehmen“ so Stäblein. Die kommenden Wochen sind entscheidend, um Unterstützung zu mobilisieren und den Betroffenen zu helfen.
Die Sudan-Konferenz soll ein Forum zur Diskussion humanitärer Themen bieten und die internationale Gemeinschaft mobilisieren, um den Menschen im Sudan rechtzeitig Beistand zu leisten. Dies wird nicht nur für die betroffenen Personen im Sudan und den Nachbarländern entscheidend sein, sondern auch für die Stabilität in der gesamten Region.

