Die Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA) hebt die Chancen der industriellen Weltraumfahrt für die deutsche Wirtschaft hervor. Geschäftsführer Harald Müller betont, dass die Space Economy immense Wachstumsmöglichkeiten bietet, insbesondere für die Automobilindustrie.
Wachstumspotenziale der Space Economy
Die Bonner Wirtschafts-Akademie sieht in der „Space Economy“ eine strategische Chance für die deutsche Industrie, vor allem für die kränkelnde Automobil- und Zuliefererbranche. Geschäftsführer Harald Müller erklärt, dass die Phase der marktwirtschaftlichen Raumfahrt begonnen hat und industrialisierte Kompetenzen, wie sie die Automobilbranche bietet, zunehmend gefragt sind. Damit eröffnen sich immense Wachstumspotenziale für die heimische Industrie.
Kernkompetenzen für den Erfolg im Weltraum
Um in der aufblühenden Space Economy erfolgreich zu sein, nennt die BWA vier entscheidende Kernkompetenzen:
- Präzisionsfertigung: Deutsche Unternehmen genießen weltweit einen hervorragenden Ruf für Qualität und Zuverlässigkeit, die unter extremen Bedingungen der Raumfahrt entscheidend sind.
- Serienproduktion: Der Trend geht weg von Einzelprojekten zu industriellen Fertigungsprozessen, besonders beim Aufbau großer Satellitenkonstellationen.
- Innovationsskalierung: Industrieunternehmen haben Erfahrung darin, neue Technologien rasch in marktfähige Anwendungen zu übertragen.
- Management komplexer Lieferketten: Langjährige Expertise in der Steuerung internationaler Wertschöpfungsnetzwerke ist ein Marktvorteil.
Die europäische Raumfahrt geht neue Wege
Harald Müller analysiert den Strukturwandel in der europäischen Raumfahrtindustrie. Historisch geprägt von maßgeschneiderter Einzelfertigung, wechselt sie zunehmend zur industriellen Serienproduktion, insbesondere bei Satelliten. Programme wie IRIS² zeigen, dass auch Europa den Wandel zur Massenproduktion vollziehen muss, um im globalen Wettbewerb nicht zurückzufallen.
Die BWA hebt hervor, dass der europäische Satellitenmarkt mit Wachstumsraten von 11 Prozent bis 2034 auf fast 3,5 Milliarden Euro anwachsen kann. Auch wenn dies im Vergleich zur Automobilindustrie klein erscheint, bietet es langfristig Potenzial für Zulieferer, die sich erfolgreich positionieren.
Müller betont, dass die Zukunft der Raumfahrt nicht mehr in spektakulären Einzelmissionen liegt, sondern in der Fähigkeit, kosteneffizient und zuverlässig große Stückzahlen zu produzieren. Dies markiert eine historische Chance für die deutsche Industrie, die Stärken der präzisen Fertigung und Innovationsfähigkeit einzubringen, um das ökologische und ökonomische Dilemma in der Automobilbranche abzumildern.

