Künftige Südtangente: Amphibienkartierung gestartet

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In Cloppenburg wurde mit der Kartierung von Amphibien begonnen, um Grundlagen für die geplante Südtangente zu legen. Der Planungskorridor erstreckt sich von Stapelfeld bis Emstekerfeld und wird derzeit von der Planungsgruppe Grün untersucht.

Amphibien unter Beobachtung

Frühmorgens herrscht eine ausgeglichene Ruhe im moorigen Waldgebiet südlich der Stadt Cloppenburg. Hier sind Wissenschaftler der Planungsgruppe Grün tätig, um die Vorkommen von Amphibien, wie Fröschen und Molchen, dokumentieren. Dies ist ein wichtiger Schritt in den Vorbereitungen zur Planung der Südtangente, einer künftigen Entlastungsstraße, die sich als breiter Bogen durch die Region ziehen soll.

Methodik der Kartierung

Landschaftsökologe Arne M. Hilbich und Werkstudent Lars Bertram haben in dem Naturgebiet verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Wanderbewegungen von Amphibien zu erfassen. Dazu setzten sie einen etwa 300 Meter langen Zaun aus grünem Textilgewebe auf, der so konzipiert ist, dass er wandernde Tiere in Auffangbehälter leitet. Die Tiere landen sanft auf einem Bett aus Moos und Laub in Eimern, die in regelmäßigen Abständen im Boden eingegraben sind.

Bei milden Temperaturen ab fünf Grad und regnerischem Wetter sind die Fallen häufig „belebt“. Bei einer ihrer morgendlichen Kontrollrunden dokumentieren die beiden Experten akribisch die Funde und setzen die Tiere anschließend vorsichtig an den nächstgelegenen Gewässern wieder aus. Zudem untersuchen sie Gräben und Teiche auf Laich und hören auf charakteristische Tierlaute.

Beobachtungen und Analysen

Die ersten Ergebnisse zeigen eine rege Amphibienpopulation in dem Gebiet. Sowohl häufigere Arten wie Erdkröten und Grasfrösche als auch seltenere Kamm-Molche wurden identifiziert. Letztere Art ist besonders schützenswert sowie gefährdet und steht unter dem Schutz der europäischen FFH-Richtlinie. Die Wissenschaftler erheben derzeit die Daten, die bis Mitte Juli weiter gesammelt werden, bevor sie eine umfassende Analyse vorlegen.

Anwohner werden ebenfalls aktiv in die Fledermaus-Erfassung einbezogen. Hinweise auf mögliche Fledermausquartiere sind für die Kartierung von Bedeutung. Bürgerinnen und Bürger können über einen Fragebogen, der online auf der städtischen Homepage zur Verfügung steht, ihre Beobachtungen melden. Das Feedback wird zur weiteren Analyse und zur Planung von Schutzmaßnahmen genutzt.

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