Der TÜV-Verband hat anlässlich der Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz eine grundlegende Reform zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Deutschland gefordert. In einem aktuellen Positionspapier wird eine rechtliche Verankerung des Ziels, keine Verkehrstoten mehr zuzulassen, angeregt.
Wachsendes Problem mit Verkehrstoten
Anlässlich der Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz in Berlin, appellierte der TÜV-Verband am 14. April 2026 an die Politik, die „Vision Zero“, die das Ziel verfolgt, keinen einzigen Verkehrstoten mehr zuzulassen, verbindlich im Straßenverkehrsgesetz zu verankern. Fani Zaneta, Referentin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, betonte, dass Deutschland in den letzten zehn Jahren nur wenig Fortschritte gemacht hat: „Die Zahlen der Verkehrstoten sind im Jahr 2025 auf 2.814 gestiegen, während die Zahl der Verletzten bei etwa 366.000 verharrt bleibt.“ Dies steht im klaren Widerspruch zu den ambitionierten Zielen der Bundesregierung, die Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren.
Ein Bündel an Maßnahmen gefordert
Um die Verkehrssicherheit zu verbessern, empfiehlt der TÜV-Verband eine umfassende Strategie, die über Einzelmaßnahmen hinausgeht. In ihrem Positionspapier werden verschiedene zentrale Punkte hervorgehoben, die alle Aspekte des Straßenverkehrs betreffen. Dazu zählen unter anderem die Gestaltung fehlerverzeihender Infrastruktur, die Verbesserung von Landstraßen und eine zielgerichtete Temporegulierung. „Wir benötigen ein systematisches Vorgehen, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen“, erklärte Zaneta.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Stärkung der Technikkompetenz der Verkehrsteilnehmenden. Assistenzsysteme können nur dann effektiv sein, wenn die Nutzer diese verstehen und richtig anwenden können. Hierfür muss die Ausbildung angepasst und Überforderung vermieden werden. Zudem fordert der TÜV-Verband eine Anpassung der Hauptuntersuchung an moderne Technologien und risikoorientierte Prüfintervalle, besonders für ältere Fahrzeuge.
Alkoholverbot und mehr Kontrollmaßnahmen
Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit schlägt der TÜV-Verband auch ein erweitertes Alkoholverbot sowie eine Null-Toleranz-Politik bei Drogenkonsum für alle Verkehrsteilnehmenden vor, einschließlich Radfahrenden. Zudem müsse die Verkehrsüberwachung deutlich ausgeweitet werden, um die Einhaltung der Verkehrsregeln konsequent durchzusetzen.
Die Vorschläge des TÜV-Verbandes umfassen auch eine verstärkte Nutzung von Verkehrsdaten zur Identifikation von Gefahrenstellen und ein lebenslanges Lernen im Bereich Mobilität, das von der Grundschule bis ins hohe Alter reicht. „Es wird Zeit, dass wir Verkehrsregeln nicht nur auf Papier haben, sondern sie auch aktiv umsetzen“, schloss Zaneta.

