In Niedersachsen wurde eine zivilgesellschaftliche Meldestelle zur Dokumentation queerfeindlicher Vorfälle eingerichtet. Das Queere Netzwerk Niedersachsen e.V. (QNN) lanciert dafür die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ). Die Initiative soll das Ausmaß von Queerfeindlichkeit sichtbar machen und betroffenen Personen helfen.
Meldeadresse für Betroffene
Ab sofort können in Niedersachsen queerfeindliche Vorfälle über ein Onlineportal gemeldet werden. Mit der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ), die vom Queeren Netzwerk Niedersachsen e.V. (QNN) betrieben wird, soll eine niedrigschwellige Möglichkeit geschaffen werden, Erfahrungen zu teilen und zu dokumentieren.
Alarmzeichen für die Gesellschaft
Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, äußerte sich besorgt über den Anstieg queerfeindlicher Angriffe: „Die steigende Zahl queerfeindlicher Angriffe ist ein Alarmzeichen für unsere Gesellschaft. Diese Vorfälle betreffen unser Werteverständnis und unser demokratisches Miteinander“. Die MIQ bietet nicht nur ein sicheres, anonymes Forum für Meldungen, sondern dient zugleich als Grundlage für präventive Maßnahmen.
Datenschutz und Datensicherheit
Die Meldestelle arbeitet mit einem hohen Datenschutzstandard und gewährleistet, dass Betroffene anonym bleiben können. Über ein Online-Meldeformular sowie ein spezielles Meldehandy können sowohl Online- als auch Offline-Vorfälle dokumentiert werden. Geplant ist zudem, anonymisierte Schilderungen von Vorfällen auf der Website zu veröffentlichen, um die Vielfalt queerfeindlicher Erfahrungen sichtbar zu machen.
Die gesammelten Daten sollen helfen, ein realistisches Bild der Sicherheitslage für queere Menschen in Niedersachsen zu erstellen. Dies bildet die Grundlage für präventive Maßnahmen und gesellschaftliche Aufklärung. Personen, die Unterstützung suchen, erhalten im Rahmen der Vorfallsmeldung ebenfalls Beratung.

