Nach einer beeindruckenden Reise von 9000 Kilometern ist Uferschnepfe Werner zurück in seinem Brutgebiet an der Unterelbe. Ausgestattet mit einem GPS-Sender, bietet der Vogel wertvolle Einblicke für den Artenschutz und die Forschung.
Ein wertvoller Mitarbeiter für den Artenschutz
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat einen besonderen „Mitarbeiter“ zurückgewonnen: Uferschnepfe Werner. Nach mehr als 260 Tagen im Ausland und einer Strecke von rund 9000 Kilometern kehrte der Vogel am 12. April 2026 in sein Brutgebiet an der Unterelbe zurück. Mit einem GPS-Minisender ausgestattet, liefert Werner wichtige Daten für die Forschung über die bedrohte Art und trägt maßgeblich zum Projekt „LIFE Godwit Flyway“ bei.
Wissenschaftliche Erkenntnisse durch Zugverhalten
Werners Rückkehr ist nicht nur eine Tierbeobachtung; sie ist auch ein bedeutender Beitrag zur Artenschutzforschung. Der Sender ermöglicht den Wissenschaftlern, seine Zugroute nachzuvollziehen und die Lebensräume zu identifizieren, die er auf seinem Weg besucht hat. Dr. Andreas Barkow, Projektleiter des LIFE-Projekts, erklärt: „Mit Wererns Hilfe können wir besser verstehen, welche Lebensräume auf dem Zugweg und im Überwinterungsgebiet wichtig sind.“. Besonders interessant ist, dass die Zugrouten zwischen Herbst und Frühling variieren, was für die ornithologische Forschung von großer Bedeutung ist.


Schutz und Erhalt der Lebensräume
Der Schutz der Uferschnepfenpopulation erstreckt sich über die Brutgebiete in Niedersachsen hinaus. Initiativen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Rast- und Überwinterungsgebieten sind ebenfalls Teil des Projekts. In Portugal und Spanien arbeiten lokale Partner an der Optimierung von Nahrungsbedingungen, um den Vögeln während ihrer langen Reisen über die Sahara zu helfen. In Gambia, wo Werner auch überwintert hat, wird derzeit das Niumi Biosphärenreservat gefördert. Die Schaffung stabiler Habitate ist grundlegend, um den Fortbestand dieser Vogelart zu sichern.
Werners Rückkehr wird von den Wissenschaftlern mit Spannung verfolgt. Sie hoffen auf eine erfolgreiche Fortpflanzung und beobachten, wann der Vogel ein Weibchen finden wird. Auf der Projektwebsite sind regelmäßig Updates und Berichte über Werner sowie seine Lebensumstände zu finden. So wird der Vogel nicht nur zum Forschungsobjekt, sondern auch zum Symbol für den erfolgreichen Artenschutz.

