Unternehmen in NRW und Niedersachsen leiden unter Kostensteigerungen

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Eine aktuelle Blitzumfrage der DIHK zeigt, dass der Konflikt im Nahen Osten erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland hat. Rund 83 Prozent der Unternehmen klagen über steigende Kosten und ineffiziente Lieferketten.

Kostenwelle trifft deutsche Unternehmen

Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich spürbar auf die deutsche Wirtschaft aus. Laut einer Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der etwa 2.400 Unternehmen teilnahmen, berichten 83 Prozent von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Besonders betroffen ist die Industrie, wo sogar 87 Prozent der Befragten steigende Kosten und Unsicherheiten beklagen.

Ein zentrales Problem sind die stark erhöhten Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 73 Prozent der Betriebe geben gestiegene Fracht- und Transportkosten an, während 71 Prozent von höheren Energiezahlungen berichten. Rohstoff- und Materialpreise sind für 58 Prozent der Unternehmen ebenfalls ein großes Thema. DIHK-Chefanalyst Volker Treier warnt: „Die Kostenwelle rollt durch die Unternehmen. Der Konflikt schlägt über Energiepreise und Transportkosten direkt auf Produktion und Beschaffung durch.“

Folgen für Investitionen und Planung

Die steigenden Kosten haben bereits zu Anpassungen bei den Unternehmen geführt. Rund 50 Prozent der Betriebe versuchen, die höheren Kosten über Preissteigerungen weiterzugeben. Über ein Drittel (37 Prozent) verschiebt Investitionen oder Projekte, während 43 Prozent ihr Risikomanagement ausbauen. Treier betont: „Wenn Kosten steigen und Unsicherheit zunimmt, müssen viele Unternehmen eine Art Reißleine ziehen.“

Die Störungen in den Lieferketten nehmen zeitgleich zu. Unternehmen berichten von verschobenen oder gestoppten Verschiffungen, wochenlangen Verzögerungen und nicht mehr abgenommenen Waren. Treier warnt: „Was auf den Transportwegen passiert, schlägt direkt in den Betrieben auf. Lieferausfälle und Verzögerungen drohen, ganze Abläufe ins Wanken zu bringen.“

Besondere Herausforderungen für die Industrie

Insbesondere Unternehmen, die auf rohölbasierte Produkte angewiesen sind, sehen sich dramatischen Engpässen gegenüber. Kunststoffe, Chemikalien und Spezialmaterialien werden zunehmend rar, was zu drastischen Preiserhöhungen führt. DIHK-Berichten zufolge beklagen 16 Prozent der Industrieunternehmen bereits Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten. Treier erklärt: „Viele Schlüsselprodukte hängen direkt oder indirekt am Ölpreis. Wenn dort die Preise steigen oder Lieferketten reißen, trifft das ganze Industriezweige.“

Zusätzlich verschärft sich die generelle Unsicherheit in der Wirtschaft. Unternehmen berichten von steigenden Finanzierungskosten und einer wachsenden Investitionszurückhaltung. „Wir sehen einen doppelten Schock aus steigenden Kosten und wachsender Unsicherheit. Solange Energie- und Transportkosten hoch bleiben und Lieferketten instabil sind, wird der Druck auf die Unternehmen anhalten“, schlussfolgert Treier.

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