Niedersachsen setzt sich für eine Reform der Notfallversorgung ein, nachdem das Bundeskabinett einen entsprechenden Entwurf beschlossen hat. Die geplante Reform zielt darauf ab, eine bessere Steuerung der Patienten in die passenden Versorgungsebenen zu schaffen und die bereits überlasteten Notaufnahmen zu entlasten.
Reform der Notfallversorgung im Bund
Das Bundeskabinett hat kürzlich den Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine umfassende Reform der Notfallversorgung genehmigt. Ziel des Vorschlags ist es, die Bereiche vertragsärztlicher Notdienst, Krankenhausnotaufnahmen und Rettungsdienste besser zu vernetzen. Dabei sollen Hilfesuchende künftig klarer in die richtige Versorgungsebene geleitet werden.
Neue Konzepte für effektive Patientensteuerung
Eine zentrale Neuerung betrifft die Rufnummer 116117, die künftig nicht nur zur Terminvermittlung dient, sondern auch für die Steuerung dringender Behandlungsfälle zuständig sein wird. Über eine Akutleitstelle sollen Anrufe nach festgelegten Erreichbarkeitsstandards bearbeitet und Daten ohne Medienbruch weitergeleitet werden. Ergänzend stehen telemedizinische Angebote und aufsuchende Dienste bereit, um eine zeitnahe Erstversorgung zu gewährleisten.
Wichtige Ansätze für Niedersachsens Notfallversorgung
Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi betont die Notwendigkeit dieser Reform, um die aktuell bestehenden Überlastungen abzustellen. „Die Notfallreform des Bundes muss kommen“, fordert er und hebt hervor, dass die Ansätze zur verbindlicheren Patientensteuerung und zur Digitalisierung entscheidend sind. Gleichzeitig wird die Aufnahme des Rettungsdienstes als eigener Leistungsbereich im SGB V als positiver Schritt angesehen, da dies die finanzielle Legitimation der vor Ort notwendigen Versorgungen stärkt.
Ministerin Daniela Behrens mahnt jedoch an, dass die Finanzierung des Rettungsdienstes nicht auf die Länder und Kommunen abgewälzt werden dürfe. „Wir brauchen passgenaue Lösungen, die nur vor Ort entwickelt werden können“, so Behrens. Die Reformansätze weisen sowohl vielversprechende Ansätze als auch potenzielle Problembereiche auf, die weiterhin beobachtet werden müssen.

