Apotheken in der Krise: Koalition plant Erhöhung des Abschlags

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Der aktuelle Regierungsentwurf zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung störkt die Apotheken. Die geplante Erhöhung des Apothekenabschlags wirft Fragen zur finanziellen Zukunft der Apotheken auf.

Regierungsvorhaben stößt auf breite Kritik

Der heute präsentierte Entwurf eines Beitragsstabilisierungsgesetzes für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sorgt für Empörung unter den Apotheken. Die Bundesregierung plant, den Apothekenabschlag von bisher 1,77 Euro auf 2,07 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament zu erhöhen. Dies wird als direkte Untergrabung der im Koalitionsvertrag versprochenen Stärkung der Apotheken gewertet. Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zeigt sich enttäuscht: „Die Koalition von Union und SPD steht kurz vor einem Wortbruch gegenüber den Apotheken und ihren Teams.“

Apothekensterben: Alarmierende Zahlen

Die Entwicklungen sind alarmierend. Seit 2013 haben rund 20 Prozent aller Apotheken in Deutschland schließen müssen. Preis weist darauf hin, dass fast jede fünfte Apotheke weniger als 50.000 Euro Betriebsergebnis pro Jahr erwirtschaftet und etwa 7 Prozent der Betriebe sich in der Verlustzone befinden. Viele Apotheken können ihren wirtschaftlichen Betrieb unter den gegebenen Umständen nicht mehr aufrechterhalten. „Der politische Honorarstillstand seit 13 Jahren ist nicht länger tragbar,“ erklärt Preis. Er fordert die Koalition auf, ihre politischen Entscheidungen zu überdenken, um einer weiteren Erosion der Gesundheitsversorgung entgegenzuwirken.

Politische Verantwortung und Forderungen

In Anbetracht der internen Streitigkeiten innerhalb der Regierungskoalition appelliert Preis an alle Beteiligten. Er betont, dass die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht zum Spielball von politischen Auseinandersetzungen werden dürfe. „Alle Koalitionspartner haben den Vertrag unterschrieben und müssen diesen jetzt umsetzen. Union und SPD dürfen keinen weiteren Glaubwürdigkeitsverlust riskieren,“ sagt er. Die ABDA fordert daher die Mitglieder des Bundestages auf, das Spargesetz zu korrigieren und die geplante Erhöhung des Apothekenabschlags zu stoppen. „Die Stabilisierung der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch die Apotheker vor Ort muss jetzt Priorität haben,“ mahnt Preis.

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