In Lingen haben 15 ehrenamtliche Integrationslotsen ihre Qualifizierung an der VHS Meppen erfolgreich abgeschlossen. Sie sind nun bereit, Zugewanderte beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen und ihnen den Zugang zu sozialen Angeboten zu erleichtern.
Erfolgreiche Qualifizierung von Integrationslotsen
15 engagierte Integrationslotsinnen und Integrationslotsen haben kürzlich ihre Zertifikate an der Volkshochschule (VHS) Meppen erhalten. Der kostenlose Lehrgang, der im November 2025 begann, wurde von der erfahrenen Dozentin Samantha Heike Harms geleitet. Die Qualifizierung umfasste insgesamt 33 Unterrichtsstunden sowie zehn Stunden Recherchearbeit und fand in den Räumlichkeiten von GeLingen statt.
Praxisnahe Ausbildung für bessere Integration
Die Ausbildung zielte darauf ab, praxisnahes Fachwissen zu vermitteln und den Teilnehmenden ein individuelles Einsatzprofil zu ermöglichen. Die Gruppe setzte sich aus langjährigen Emsländern und Menschen mit eigenen Migrations- oder Fluchterfahrungen zusammen, wodurch ein starkes Netzwerk für gelingende Integration entstand.
Ein Teilnehmender unterstrich die Bedeutung der Integration und deren Prävention: „Kriminalität entsteht dort, wo Perspektiven und Unterstützung fehlen. Besonders für Kinder ist es entscheidend, von Anfang an dazu zu gehören.“ Die Integrationslotsen helfen insbesondere im ländlichen Raum, wo es für Zugewanderte oft herausfordernd ist, soziale Kontakte zu knüpfen.
Begleitung und Unterstützung für Zugewanderte
Die Integrationslotsen leisten Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten und im Alltag. Ein Teilnehmer mit Fluchterfahrung schilderte seine Herausforderungen im deutschen Verwaltungssystem und betonte, dass er die Hilfe, die er selbst erhalten hatte, jetzt weitergeben möchte. „Frauen aus meiner Heimat, die in Deutschland ankommen, sind oft sehr unsicher. Ich möchte ihnen helfen und sie ermutigen“, fügte eine Teilnehmerin hinzu.
Gabriele Grote, Fachbereichsleiterin für Gesellschaftliches Leben an der VHS Meppen, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen und lobte den Vereinsvorsitzenden Jürgen Blohm für seine Rolle als Ansprechpartner und Netzwerkbildner. Stephanie Abdel-Naby von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe stellte ihre Unterstützung für die Vernetzung von Ehrenamt und Hauptamt in Aussicht.
Die Zertifikatsübergabe stellt einen weiteren Schritt in Richtung einer offenen und unterstützenden Gemeinschaft im Emsland dar. Wer Strukturen versteht, Hürden überwindet und Anschluss findet, entwickelt das Gefühl, in seiner neuen Heimat angekommen zu sein.
Interessierte, die Zugewanderte ehrenamtlich begleiten möchten, können sich bereits jetzt bei der VHS Meppen melden. Für Herbst 2026 ist der nächste Qualifizierungskurs geplant.

