Nur ein Prozent lebt in Ländern mit guter Pressefreiheit

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Der aktuelle Bericht von Reporter ohne Grenzen zur Pressefreiheit zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Für mehr als die Hälfte aller Länder der Welt ist die Lage der Pressefreiheit als ’schwierig‘ oder ’sehr ernst‘ eingestuft worden.

Rangliste der Pressefreiheit 2026

In der neuen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) sind mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in die Kategorien „schwierig“ oder „sehr ernst“ eingestuft. Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte dieser Rangliste ist die Situation für Journalist*innen in vielen Teilen der Welt kritisch. Nur in sieben Ländern kann von einer „guten“ Pressefreiheit gesprochen werden, wo lediglich ein Prozent der Weltbevölkerung lebt.

Deutschland auf Platz 14

Deutschland hat in der aktuellen Rangliste den 14. Platz belegt und damit drei Plätze verloren. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Journalist*innen sehen sich verstärkt Bedrohungen gegenüber, sowohl auf der Straße als auch im Internet. Dies wird besonders deutlich bei der Berichterstattung über polarising Themen wie den Nahostkonflikt. Christian Mihr, Geschäftsführer für Politik und Strategie bei RSF, äußert: „Ein dramatischer Befund, dass nur noch einer von hundert Menschen weltweit Zugang zu einer gesunden Medienlandschaft hat.“ Die Delegitimierung der journalistischen Arbeit stellt für viele Journalist*innen ein großes Risiko dar und führt zu besorgniserregenden Zuständen im deutschen Journalismus.

Globale Pressefreiheit unter Druck

In vielen Ländern verschlechtert sich die Situation der Pressefreiheit drastisch. Kriege und bewaffnete Konflikte führen dazu, dass Journalist*innen zunehmend gefährdet sind. So wurden beispielsweise im Gaza-Konflikt seit Oktober 2023 über 220 Journalist*innen getötet. Gleichzeitig leidet der Journalismus unter repressiven rechtlichen Rahmenbedingungen, vor allem in autokratischen Staaten, aber auch in demokratischen Ländern. Der Vergleich zeigt, dass 60 Prozent der untersuchten Länder rechtliche Verschlechterungen für Journalist*innen zu verzeichnen haben. Dies betrifft sowohl Länder in Krisengebieten als auch solche, die als demokratisch gelten. In der Sahel-Region etwa verschlechtert sich die Sicherheitslage dramatisch, was sich negativ auf die Pressefreiheit auswirkt.

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