Handelskonflikte belasten deutschen Außenhandel

Anzeige

Der DIHK-Außenwirtschaftsreport 2026 zeigt, dass Handelskonflikte und regulatorische Unsicherheiten das Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen zunehmend unter Druck setzen. Insbesondere die Handelspolitik der USA erweist sich als größte Herausforderung für viele Betriebe.

Handelskonflikte und regulatorische Herausforderungen

Der internationale Handel wird für deutsche Unternehmen zunehmend komplizierter. Laut dem DIHK-Außenwirtschaftsreport 2026 steigen die Risiken im Auslandsgeschäft durch neue Handelskonflikte, wachsende regulatorische Anforderungen und geopolitische Spannungen. Melanie Vogelbach, Bereichsleiterin für Internationale Wirtschaftspolitik bei der DIHK, betont, dass Unternehmen sich auf neue Handelsbarrieren und politische Unsicherheiten einstellen müssen, was ihre Ressourcen bindet und die internationale Expansion bremst.

US-Handelspolitik als zentrale Herausforderung

Im Fokus stehen derzeit die Herausforderungen durch die Handelspolitik der USA. Für viele Industrie- und Handelskammern (IHKs) ist dies das aufwendigsten Beratungsthemen. Häufige Zollanpassungen und unklare Vorschriften führen zu erheblicher Planungsunsicherheit. “Das US-Geschäft wird unberechenbar, insbesondere für kleinere Unternehmen wird der Marktzugang schwieriger,” erklärt Vogelbach. Gleichzeitig gibt es auch im China-Geschäft Unsicherheiten, wie Exportkontrollen und problematische Lieferketten.

Fortschritte durch Digitalisierung

Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen. Der Bereich der Digitalisierung schreitet voran, insbesondere bei den Außenwirtschaftsprozessen. Seit September 2025 ist es möglich, Ursprungszeugnisse vollständig digital abzuwickeln. Bis zum Jahresende wurden bereits 119.000 Exportsendungen über das neue Verfahren erstellt. “Das ist ein echter Fortschritt, der Zeit spart und den Zugang zu internationalen Märkten erleichtert,” hebt Vogelbach hervor.

Zusätzlich soll das Carnet-Verfahren ab Mitte 2026 modernisiert werden. Eine neue App und QR-Codes sollen die Abwicklung für die EU, die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich vereinfachen und die Bürokratie im grenzüberschreitenden Warenverkehr reduzieren.

Rückgang der Ursprungszeugnisse

Obwohl die Anzahl der ausgestellten Ursprungszeugnisse 2025 um 4,2 Prozent auf etwa 1,03 Millionen gesunken ist, bleibt ihre strategische Bedeutung angesichts von Zöllen und Handelskonflikten hoch. Der Bericht konstatierte einen klaren Trend: weniger Routine, mehr Komplexität. “Internationale Geschäfte sind weiterhin attraktiv, aber sie werden anspruchsvoller. Um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern, sind einfachere und verlässlichere Rahmenbedingungen notwendig,” so Vogelbach abschließend.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel