Um die EU-Zielvorgaben zur Reduzierung von Verpackungsmüll zu erreichen, ist eine Förderung von Mehrwegverpackungen in Deutschland dringend erforderlich. Die stagnierende Mehrwegquote, besonders im Gastronomiebereich, macht eine umfassende Neuausrichtung notwendig.
Verpackungsmüll reduzieren: EU-Vorgaben im Fokus
Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) setzt den Mitgliedsstaaten verbindliche Ziele zur Verringerung von Verpackungsmüll. Bis 2030 soll das Verpackungsaufkommen im Vergleich zu 2018 um 5 Prozent gesenkt werden, bis 2040 sogar um 15 Prozent. Um diese ambitionierten Vorgaben zu erfüllen, ist ein erheblicher Ausbau von Mehrwegverpackungen in Deutschland notwendig.
Stagnierende Mehrwegquote und Handlungsbedarf
Aktuell bleibt die Mehrwegquote für Getränke in Deutschland bei 43 Prozent stehen. Noch alarmierender sind die Zahlen für verzehrfertige Getränke und Speisen in der Gastronomie, wo die Mehrwegquote bei lediglich 7 bzw. 0,3 Prozent liegt. Einweg-Plastikverpackungen dominieren nach wie vor den Markt und tragen erheblich zur Umweltbelastung bei.
Investitionen und Verbraucherengagement gefordert
Um Mehrweg als treibende Kraft für Klimaschutz, Innovation und neue Arbeitsplätze zu etablieren, sind neben gesetzlichen Maßnahmen auch umfassende Investitionen und finanzielle Förderungen erforderlich. Im Rahmen der „Mehrweg-Allianz“ präsentierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mögliche Maßnahmen zur Förderung von Mehrwegverpackungen. Bundesumweltminister Carsten Schneider wird aufgefordert, diese Maßnahmen im geplanten Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz zu berücksichtigen. Die Allianz plant außerdem, Verbraucherinnen und Verbraucher unter dem Motto „Mehrweg ist Klimaschutz“ für umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu begeistern.

