In Berlin wurden Jimmy Lai, Cathrin Kahlweit und Jan Jessen mit dem Pressefreiheitspreis des Bündnisses Zukunft Presse geehrt. Die Auszeichnung hebt die kritische Rolle freier Berichterstattung für die Demokratie hervor.
Würdigung herausragender Journalisten
Der mit 30.000 Euro dotierte Pressefreiheitspreis wurde in diesem Jahr an den inhaftierten Hongkonger Verleger Jimmy Lai, die langjährige Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“ Cathrin Kahlweit sowie den Krisenjournalisten Jan Jessen vergeben. Diese Persönlichkeiten wurden für ihren unermüdlichen Einsatz für die Pressefreiheit und unabhängige Berichterstattung gewürdigt. Die Preisverleihung fand in Berlin statt und wurde von der Präsidentin des Deutschen Bundestages, Julia Klöckner, begleitet.
Die Bedeutung freier Presse
Julia Klöckner unterstrich in ihrer Keynote die essenzielle Rolle der Pressefreiheit für eine funktionierende Demokratie. „Das beste Mittel gegen Unrecht ist Demokratie, und die braucht freie Presse“, erklärte sie vor rund 160 Gästen aus Medien, Politik und Gesellschaft. Klöckner betonte, dass eine wehrhafte Demokratie Pressefreiheit braucht, um existieren zu können.
Emotionale Rede und Apell zur Unterstützung
Sebastian Lai, Sohn von Jimmy Lai, nahm den Preis stellvertretend entgegen und machte auf die dramatischen Umstände seines Vaters aufmerksam. „Nach fast 2.000 Tagen in Einzelhaft steht sein Leben auf dem Spiel. Die Auszeichnung ist ein Meilenstein für die internationale Kampagne zu seiner Freilassung“, so Lai.
Cathrin Kahlweit und Jan Jessen hoben in ihren Dankesreden ebenfalls die Bedeutung des unabhängigen Journalismus hervor. Kahlweit betonte, dass es auch journalistische Arbeit sei, zu einem neuen Selbstbewusstsein innerhalb der Gesellschaft beizutragen, das in Krisensituationen unerlässlich ist. Jessen, der für die Preisverleihung als Vorbild für andere Korrespondenten angesehen wird, appellierte an die Gesellschaft, gegen die wachsende Flut von Fake News und Desinformation einzutreten.
Der Pressefreiheitspreis findet jährlich als Appell an Politik und Gesellschaft statt, die Werte einer stabilen und unabhängigen Presselandschaft zu schützen. Die Veranstaltung wurde moderiert von Tatjana Ohm, Journalistin und Mitglied der Chefredaktion von WELT TV.
Die Preisträger stehen symbolisch für alle Journalisten, die täglich für die Wahrheit kämpfen und ihre Stimme für die, die keine haben, erheben. Der Abend in der Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund in Berlin war ein starkes Zeichen für die Pressefreiheit in einer sich wandelnden Welt.

