Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT bietet innovative Cyber-Krisen-Planspiele für Krankenhäuser an. Diese praxisnahen Übungen unterstützen Klinikteams dabei, sich auf mögliche Cyberangriffe vorzubereiten und effizient zu handeln.
Reale Bedrohungen simulieren
In den Cyber-Krisen-Planspielen des Fraunhofer SIT stehen realistische Szenarien im Vordergrund. Ransomware-Angriffe, Ausfälle von Telefonanlagen und Anfragen von Journalisten sind nur einige der Herausforderungen, denen sich die Teilnehmer stellen müssen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen technischen und medizinischen Teams, um gemeinsam die Herausforderungen zu bewältigen.
Intensive Schulungen für Klinikmitarbeiter
Je nach Größe des Krankenhauses nehmen 10 bis 20 Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen an den Planspielen teil. Zu Beginn erhalten die IT-Teams eine digitale Arbeitsumgebung und erste Hinweise auf einen Cybervorfall. Im Laufe der Übung wird die Situation durch fokussierte Stressfaktoren wie technische Störungen oder simulierte Medienvertreter angeheizt. Diese realitätsnahe Simulation fördert nicht nur die Reaktionsfähigkeiten der Teams, sondern auch die Stressbewältigung in kritischen Momenten.
Forschung und kontinuierliche Verbesserung
Die Übungen dauern etwa sechs Stunden und enden mit einem Debriefing, in dem die Ergebnisse analysiert werden. Jede Übung fließt in ein Forschungsvorhaben ein, das untersucht, wie gut Krankenhäuser auf Cybervorfälle vorbereitet sind. Besondere Merkmale der Klinikstrukturen, welche die Reaktionsgeschwindigkeit und -qualität während eines Angriffs beeinflussen, sollen identifiziert werden. Dr. Markus Willing, Projektleiter, betont die Wichtigkeit von Vorbereitung: „Alles, was vorbereitet ist, entlastet die handelnden Personen mental.“ Außerdem ist die Umsetzung eines Betriebskontinuitätskonzeptes gemäß NIS2-Gesetz zwingend erforderlich, was den Stellenwert solcher Schulungen zusätzlich unterstreicht.

