Aktuelle Hantavirus-Infektionen auf einem Kreuzfahrtschiff werfen ein Licht auf das Risiko auch in Deutschland. Der Kreis Coesfeld betont die Notwendigkeit, beim Frühjahrsputz und Gartenarbeiten Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Hantavirus: Ein ernstzunehmendes Risiko
Hantaviren, die von Nagetieren wie der Rötelmaus auf den Menschen übertragen werden, sind in Deutschland mehr verbreitet, als viele glauben. Jährlich erkranken hierzulande zwischen 250 und 500 Menschen an Hantavirusinfektionen. Besonders im Münsterland sind diese Infektionen häufiger, was auf die hohe Population der Rötelmaus zurückzuführen ist.
Übertragungswege und Symptome
Das Hantavirus wird vorwiegend durch das Einatmen von Staub übertragen, der mit den Ausscheidungen von infizierten Mäusen kontaminiert ist. Während der Großteil der Infektionen symptomlos bleibt, können einige Betroffene grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit entwickeln. Im schlimmsten Fall sind Blutdruckabfall und Nierenversagen möglich, was zu einem potenziell tödlichen Verlauf führen kann.
Schutzmaßnahmen beim Frühjahrsputz
Um sich zu schützen, empfiehlt das Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld, beim Aufräumen und Gartenarbeiten Gummi- oder Plastikhandschuhe sowie eine FFP2-Maske zu tragen. Bei Erkennung von Nagetierkot oder -urin sollte die Fläche zuerst mit einem Desinfektionsmittel besprüht und dann mit Papiertüchern gereinigt werden. Die Tücher sind anschließend in einem abgedeckten Mülleimer zu entsorgen. Es ist wichtig, Oberflächen in der Umgebung ebenfalls zu reinigen und die Hände gründlich zu waschen.
Ein besonderes Augenmerk sollte darauf liegen, die Ausscheidungen nicht zu fegen oder zu saugen, da dies den Staub aufwirbeln und das Infektionsrisiko erhöhen kann. Da es keine Impfung gegen das Hantavirus gibt, sind Präventionsmaßnahmen besonders wichtig.
Hantavirus-Infektionen treten in einem Zyklus von 2-3 Jahren auf, mit saisonalen Höchstzahlen im Frühjahr und Sommer, wenn die Rötelmaus-Population zunimmt. Daher ist es ratsam, sich zu dieser Zeit besonders auf die Gefahren der Hantavirusübertragung zu konzentrieren.

