Der 23. Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat in Berlin begonnen. Unter dem Motto „Stärker mit uns“ diskutieren 400 Delegierte die zukünftigen Leitlinien für die gewerkschaftliche Arbeit.
Erfolge der letzten Jahre
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hob in ihrer Eröffnungsrede die Erfolge der letzten Jahre hervor. „Wir haben einiges erreicht! Und wir haben gezeigt, was möglich ist, wenn wir als Gewerkschaften geschlossen auftreten und Druck machen“, erklärte sie. Wichtige Erfolge sind unter anderem die Strom- und Gaspreisbremsen, die Stabilisierung des Rentenniveaus und die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Diese Erfolge seien das Resultat einer langen und beharrlichen Arbeit der Gewerkschaften, so Fahimi weiter.
Demokratie im Betrieb stärken
Ein weiterer Punkt, den Fahimi anspricht, ist die Stärkung der Demokratie am Arbeitsplatz. Besonders stolz ist sie auf die Ergebnisse der diesjährigen Betriebsratswahlen. Trotz anfänglicher Bedenken, hätten rechtsextreme Listen nicht durchgesetzt werden können. Die Gewerkschaften haben mit klarer Haltung für die Interessen der Beschäftigten geworben und so ein Zeichen gegen extremistische Tendenzen gesetzt.
Warnung vor Angriffen auf den Sozialstaat
In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen und gesellschaftlichen Veränderungen äußerte Fahimi Besorgnis über verstärkte Angriffe auf die sozialen Errungenschaften. Laut ihr drohen der Wegfall des Acht-Stunden-Tags und die Aushöhlung sozialer Sicherungsmechanismen. „Auf uns ist Verlass!“ betonte sie und forderte, dass die Gewerkschaften in unsicheren Zeiten den Menschen Sicherheit geben müssen. Der Kongress wird sich in den kommenden Tagen intensiv mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen und klare Forderungen aufstellen.
Die Delegierten einigten sich darauf, grundlegende Aspekte der Arbeits- und Sozialpolitik zu verteidigen, unter anderem den Schutz des Acht-Stunden-Tags und die Rechte auf Teilzeit. Zudem sollen richtungsweisende Vorschläge für wirtschaftliche Neuausrichtungen erarbeitet werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und in die Zukunft zu investieren. Dies umfasst auch die Rentenpolitik, zu der sie ein klares Signal gegen Kürzungen senden wollen.
„Wir können das Ding drehen!“ Diese Zuversicht strahlte Fahimi aus, als sie auf die Zukunft blickte. Ihre Botschaft für die nächsten vier Jahre ist klar: mehr Tarifbindung, Mitbestimmung und Investitionen in eine zukunftsfähige Wirtschaft. Der DGB betont, dass er für eine nachhaltige Wirtschaft kämpft, die auf Innovation und Produktivität setzt und nicht auf Lohndruck und Deregulierung.

