Die Kinderbuchautorin Liane Schneider erklärt, warum existenzielle Themen wie Krieg und Tod in ihren Conni-Büchern nicht behandelt werden. Laut Schneider ist dies eine bewusste Entscheidung, um die Bücher für Kinder geeignet zu halten.
Keine Themen für Conni-Bücher
Osnabrück – In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erläutert Liane Schneider, die Schöpferin der beliebten Conni-Reihe, ihre Entscheidung, komplexe und erschreckende Themen wie Krieg und Sterben aus ihren Geschichten auszuschließen. „Ich habe oft überlegt, wie ich Connis andere Eigenschaften darstellen könnte, doch meine Ansätze würden zu realistisch und könnten die Kinder überfordern“, erklärt sie.
Die Conni-Bilderbücher dienen häufig als „Bettkantenlektüre“, die zum Einschlafen vorgelesen wird. Schneider betont, dass die Inhalte nicht zu ernst oder beunruhigend für die jungen Zuhörer sein sollten.
Ein Blick auf logische Fehler
Nach über 30 Jahren der Conni-Geschichte sind auch kleine logische Brüche entstanden. Schneider erläutert, dass sich beispielsweise der Altersabstand zwischen Conni und ihrem kleinen Bruder in den neuen Ausgaben geändert hat. In der Neuausgabe von „Conni lernt Rad fahren“ wurde Conni jünger dargestellt, um den Änderungen in der Gesellschaft Rechnung zu tragen. „Das Resultat sind kleine Brüche zu früheren Bänden, aber ich achte stets darauf, dass alles in sich schlüssig bleibt“, sagt sie.
Reaktionen auf Kritik und neue Entwicklungen
Auf die Kritik an veralteten Rollenbildern in aktuellen Medien reagiert Schneider gelassen. Sie glaubt, dass sich familiäre Strukturen und Rollen über die Jahre verändert haben. In ihren modernen Werken ist der Vater präsenter und übernimmt mehr Verantwortung. „Ich habe immer wieder älteren Büchern ein Update verpasst, um den Veränderungen in unserer Gesellschaft gerecht zu werden“, betont sie.
Schneider fokussiert sich in ihren Geschichten besonders auf das Kita-Alter, da sie der Meinung ist, dass diese Zeit für Kinder so prägend ist. „Ich kann mich gut in die Perspektive dieser Altersgruppe hineinversetzen und finde es wichtig, diese Phase aufzugreifen“, so ihre Einschätzung. Auf die Frage, was aus der erwachsenen Conni geworden wäre, äußert sie kreative Ideen, die möglicherweise in zukünftigen Bänden erkundet werden könnten.

