Im NRW-Innenministerium brodelt es: Minister Herbert Reul sieht sich schweren Vorwürfen seiner Mitarbeiter gegenüber. Diese kritisieren seine Entscheidungen und den Umgang mit Fachabteilungen.
Vorwürfe gegen Minister Reul
Mitarbeitende des NRW-Innenministeriums und der Polizei werfen Innenminister Herbert Reul (CDU) falsche Führung und Beratungsresistenz vor. Der Minister setze sich regelmäßig über den Rat seiner Fachleute hinweg, vor allem in rechtlich heiklen Angelegenheiten. Dies führe dazu, dass Entscheidungen nicht getroffen werden und die Stimmung im Ministerium als belastet beschrieben wird.
Details der Kritik
Das WDR-Magazin Westpol hat umfangreiche Recherchen durchgeführt und über 20 Personen aus dem Innenministerium und der Polizei befragt. Interne Dokumente unterstützen die Vorwürfe, dass Fachleute immer mehr zu „unkritischen Gefolgsleuten“ degradiert werden und Reul der Organisation schadet. In einem Interview äußerte Reul, dass er die Zufriedenheit aller 1200 Beschäftigten nicht garantieren könne, jedoch die Meinung der Mehrheit wertschätze.
Streit um Polizeiliegenschaften und Personalwechsel
Ein besonders umstrittenes Thema ist der Streit um die Sanierung eines Polizeigeländes in Wuppertal. Der Minister erklärte die Verhandlungen zur Chefsache und entmachtete die Fachabteilung, was internen Widerstand hervorbrachte. Diese Wechsel und die Entziehung von Kompetenzen werden von Reul als übliche Verwaltungsabläufe beschrieben, während manche Mitarbeitende von Repressalien sprechen.
Zusätzlich findet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) deutliche Worte zur Lage im Ministerium. Vorsitzender Patrick Schlüter kritisierte die Verzögerungen bei der Beschaffung von Polizeiausrüstung und bezeichnete die Situation als problematisch. Reul entgegnete, dass trotz knapper Haushaltslage die Mittel für die Polizei erhöht wurden.
Reuls Verhältnis zu Staatssekretärin Lesmeister
Sorge bereitet auch das angespannten Verhältnis zwischen Reul und seiner Staatssekretärin Daniela Lesmeister (CDU), die in der Presse als Gegnerin des Ministers dargestellt wird. Reul weist jedoch jegliche Verstrickung in eine „Schmutzkampagne“ gegen Lesmeister von sich und betont die professionelle Zusammenarbeit. Fragen nach einer möglichen dritten Amtszeit lässt Reul offen, er stellt jedoch klar, dass zuerst die Landtagswahl gewonnen werden müsse.
Ein ausführlicher Beitrag zu den Vorwürfen wird am Sonntag, den 10. Mai 2026, um 19:30 Uhr im WDR-Magazin Westpol ausgestrahlt.

