Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) setzt sich zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum für eine intensivere wirtschaftliche Kooperation zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ein. Geopolitische Krisen und Handelskonflikte verlangen nach weniger Barrieren und mehr Zusammenarbeit.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken
Die DIHK sieht den Brexit als eine Herausforderung, die Unternehmen auf beiden Seiten teuer zu stehen gekommen ist. Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK, betont, dass es gerade jetzt wichtig sei, an unnötigen Handelshemmnissen nicht festzuhalten. Das Vereinigte Königreich war vor dem Brexit Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner, belegt mittlerweile jedoch nur noch Platz neun. Die aktuellen Zollformalitäten und regulatorischen Unterschiede belasten den Handel und führen zu erhöhten Kosten sowie mehr Bürokratie.
Herausforderungen für mittelständische Betriebe
Besonders mittelständische Unternehmen haben unter den neuen Bestimmungen zu leiden. Treier hebt hervor, dass diese Unternehmen mit wachsender Unsicherheit und steigenden Ausgaben konfrontiert sind, was negative Auswirkungen auf Investitionen und das Wachstum hat. „Die wirtschaftliche Integration zwischen Europa und dem Vereinigten Königreich muss gestärkt werden“, fordert er. Sicherheitsfragen in der Energieversorgung sollten ebenfalls in den Fokus rücken.
Handlungsbedarf im Dienstleistungsbereich
Ein zentrales Anliegen der DIHK ist der grenzüberschreitende Dienstleistungsverkehr. Viele Unternehmen berichten von erheblichen Problemen bei Montageeinsätzen oder Geschäftsreisen nach Brexit. „Wer Qualität Made in Germany exportiert, muss auch Fachkräfte unkompliziert entsenden können“, so Treier. Verschärfte Visaauflagen und Bürokratie stellen einen klaren Wettbewerbsnachteil dar, der behoben werden muss, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu sichern.
Mit Blick auf den nächsten EU-UK-Gipfel im Sommer 2026 ruft die DIHK zu konkreten Fortschritten in den Bereichen Energie, Zoll und Wirtschaftssicherheit auf. Treier fordert auch von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen: „Deutschland und Großbritannien bleiben enge Partner. Wir benötigen den politischen Willen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zukunftsfähig zu gestalten.“

