Hohe Kindersterblichkeit in Subsahara-Afrika bleibt kritisch

Anzeige

Im Rahmen des Internationalen Tags der Familie macht die SOS-Kinderdörfer weltweit auf die alarmierend hohe Kindersterblichkeit in Subsahara-Afrika aufmerksam. Neun Kinder unter fünf Jahren sterben weltweit pro Minute, mehr als die Hälfte dieser Fälle entfallen auf diese Region.

Gestiegene Kindersterblichkeit seit 2015

Die Fortschritte bei der Bekämpfung der Kindersterblichkeit haben sich weltweit seit 2015 verlangsamt, insbesondere in Subsahara-Afrika ist ein Rückgang zu verzeichnen. Während 2000 38 Prozent der Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen in dieser Region auftraten, wird für 2024 eine Sterblichkeitsrate von 54 Prozent prognostiziert. Diese Zunahme ist auf ein rasantes Bevölkerungswachstum sowie auf verschiedene Krisen zurückzuführen, die die ohnehin schwache Gesundheitsversorgung vieler von Armut betroffenen Familien weiter belasten.

Die Hauptursachen für Kindersterblichkeit

Im Jahr 2024 starben weltweit 4,9 Millionen Kinder unter fünf Jahren, wobei nahezu die Hälfte Neugeborene waren. Die meisten dieser Todesfälle sind auf mangelnde qualifizierte Geburtshilfe zurückzuführen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten etwa ein Drittel aller Frauen und ihrer Neugeborenen nach der Geburt keine notwendigen medizinischen Untersuchungen, vor allem in einkommensschwachen Ländern. Besonders hohe Säuglingssterblichkeitsraten verzeichnen Somali, die Zentralafrikanische Republik und Äquatorialguinea.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist Malaria, die in Ländern wie Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo vermehrt Todesfälle verursacht. Impfungen könnten das Sterberisiko erheblich senken, allerdings ist der Zugang zu Impfstoffen aufgrund instabiler Gesundheitssysteme oft stark eingeschränkt. Laut Informationen von Gavi, der Impfallianz, sind 2024 nur 50 Prozent der Betreuungspersonen von Kindern im Kongo mit dem Malaria-Impfplan vertraut.

Durchfallerkrankungen fordern ebenfalls täglich das Leben von über 1.000 Kleinkindern. UN-Berichten zufolge sind 60 Prozent aller Durchfall-Todesfälle auf unsauberes Trinkwasser und unzureichende Hygiene zurückzuführen. Nigeria, Niger und der Tschad sind besonders betroffen: Im Jahr 2024 hatten nur 29 Prozent der Haushalte in Westafrika Zugang zu minimalen Hygienevorkehrungen.

Engagement der SOS-Kinderdörfer

Die SOS-Kinderdörfer setzen sich weltweit für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen ein. In ihren Mutter-Kind-Kliniken bieten sie kostenlos medizinische Betreuung, Geburtshilfe sowie prä- und postnatale Versorgung an. Mobile medizinische Teams verteilen Spezialnahrung und leisten Aufklärungsarbeit in Gemeinden zu Gesundheitsthemen und Ernährung.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel