Ärztekammer Niedersachsen: Machtmissbrauch verurteilt

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Am 15. Mai 2026 fand der finale Sitzungstag des 130. Deutschen Ärztetags in Hannover statt. Hierbei wurde intensiv über Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung im Gesundheitswesen diskutiert, was aufgrund aktualisierter Berichte dringend erforderlich war.

Ärztetag behandelt Machtmissbrauch und Belästigung

Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat am 15. Mai 2026 mehrere Beschlüsse gefasst, um gegen Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung im Gesundheitswesen vorzugehen. Angesichts schockierender Schilderungen von Betroffenen wurde die Thematik zum zentralen Punkt der Diskussion. Vor allem das Engagement der Medizinstudierenden, die von persönlichen Erfahrungen berichteten, sorgte für großes Aufsehen.

Berichte von Medizinstudierenden erschüttern

Die Betroffenen berichteten von sexistischen Kommentaren, körperlichen Grenzverletzungen und unangemessenen Einladungen. Dr. med. Marion Charlotte Renneberg, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, reagierte emotional: „Die Schilderungen der Kolleginnen und Studentinnen haben mich tief erschüttert. Wir können sexuelle Belästigungen und körperliche Übergriffe nicht tolerieren.“ Dieser Einsatz führte zur Entscheidung, das Thema Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung als zentrales Thema des nächsten Ärztetags im Jahr 2027 zu setzen.

Umfrage deckt Missstände auf

Bereits vor dem Ärztetag brachte eine Umfrage des Marburger Bunds besorgniserregende Ergebnisse ans Licht. Fast die Hälfte der Befragten berichteten von Machtmissbrauch, und rund 10% hatten in den letzten zwölf Monaten sexuelle Belästigung erfahren. Die Mehrheit der Täter war männlich, und viele Betroffene trauten sich nicht, Vorfälle zu melden, aus Angst vor Konsequenzen oder weil sie kein Vertrauen in die Verfolgung der Taten hatten.

„Als Ärztekammer Niedersachsen stellen wir uns diesem Thema. Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung tolerieren wir nicht“, betonte Renneberg. Die Ärztekammer hat bereits im Jahr 2018 eine Ombudsstelle für Betroffene eingerichtet. Diese bietet eine erste Anlaufstelle für Personen, die Unterstützung suchen, und kann unter der E-Mail-Adresse [email protected] kontaktiert werden.

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