Die Conterganstiftung trauert um Margit Hudelmaier, die sich jahrzehntelang für die Rechte von Conterganschädigten einsetzte. Sie verstarb am 7. Mai 2026 im Alter von 65 Jahren.
Ein Leben für die Rechte der Betroffenen
Margit Hudelmaier wurde am 27. Oktober 1960 in Allmendingen geboren. Ihre Mutter hatte während der Schwangerschaft das Medikament Contergan eingenommen, was zu Fehlbildungen bei Margit führte. Dennoch ließ sie sich nicht von ihrem Schicksal bestimmen und studierte Sozialpädagogik. Ihre berufliche Laufbahn begann sie als Fachberaterin in der Altenhilfe beim Landratsamt des Alb-Donau-Kreises.
Politisches Engagement und Führungsrolle
Bereits im Alter von 18 Jahren trat Margit Hudelmaier in die Politik ein. 1978 wurde sie Jugendbeirätin im Bundesverband Contergangeschädigter, wo sie ab 1992 22 Jahre lang als Vorsitzende agierte. Zudem war sie bis 2014 im Stiftungsrat der Conterganstiftung aktiv, bevor sie 2015 in den ehrenamtlichen Vorstand berufen wurde. Unter ihrem Einfluss wurde 2017 der Beratungsbereich der Stiftung eingerichtet, und es entstanden zehn Multidisziplinäre medizinische Kompetenzzentren in Deutschland.
Eine prägende Persönlichkeit
Margit Hudelmaier setzte sich vehement für die Belange von Menschen mit Conterganschädigung ein und wählte ihre Worte weise. Sie wies den Begriff „Tragödie“ zurück und bezeichnete die Geschehnisse rund um Contergan als „Scandal“, da es Verantwortliche gab. Für ihr außergewöhnliches Engagement wurde ihr 2010 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dieter Hackler, Vorstandsvorsitzender der Conterganstiftung, würdigte ihr Wirken als beispielhaft und von großer Menschlichkeit geprägt.
Die Conterganstiftung spricht ihrem Ehemann, ihrer Familie und all ihren Freunden ihr tief empfundenes Beileid aus.

