In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Europäische Wildkatze nach 200 Jahren als verschollen erkannt. Ein genetischer Nachweis bestätigt nun das nordöstlichste Vorkommen dieser Art in Deutschland.
Bewertung des Fundes durch Experten
Die Rückkehr der Europäischen Wildkatze in Mecklenburg-Vorpommern ist ein bedeutender Schritt im Artenschutz. Erstmals gelang der genetische Nachweis dieser scheuen Spezies auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung bei Strasburg. Bislang galten Wildkatzen in dieser Region als ausgestorben. Der Nachweis ist nicht nur ein wichtiges Zeichen für die Biodiversität, sondern auch ein Indikator für die Qualität der naturnahen Lebensräume im Nordosten Deutschlands.
Detailierte Monitoring-Maßnahmen
Die Grundlage für den Nachweis war ein systematisches Monitoring, das im Frühjahr durchgeführt wurde. Hierbei wurden spezielle Haarfallen mit Baldrian aufgestellt, um die Tiere anzulocken. „Diese Methoden erfordern viel Geduld und Fachkenntnis“, erklärt Kathrin Mayer, Leiterin Naturschutz auf Gut Klepelshagen. Durch den Einsatz von Duftstoffen und einer strategischen Platzierung der Lockstöcke konnte ein Kater nachgewiesen werden, der sich vermutlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen in einem Gebiet von etwa zwei Quadratkilometern aufhielt.
Auswirkungen auf den Artenschutz
Die Rückkehr der Wildkatze könnte weitreichende positive Wirkungen auf die lokale Flora und Fauna haben. „Die aktuell festgestellten Nachweise zeigen deutlich, dass in den naturnahen Wäldern im Nordosten Deutschlands geeignete Lebensräume für Wildkatzen vorhanden sind“, sagt Malte Götz, Biologe bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Weitere Untersuchungen sind geplant, um festzustellen, ob der Kater mit anderen Wildkatzen in Kontakt steht und möglicherweise ein stabiler Lebensraum entsteht.

