Das erste Handelsforum der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim präsentiert innovative Ansätze für den Einzelhandel. Unternehmer zeigen, wie durch Reichweite und emotionales Kundenerlebnis der Handel neu gestaltet werden kann.
Impulse für die Zukunft des Handels
Im Rahmen des ersten Handelsforums der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim wurden unter dem Motto „Zukunft erfolgreich gestalten“ zahlreiche positive Impulse und mutmachende Praxisbeispiele vorgestellt. IHK-Vizepräsident Mark Rauschen betonte die zentrale Rolle leidenschaftlicher Unternehmer, die bereit sind, kreative Wege zu gehen. „Der Handel hat Zukunft, darum brauchen wir tatkräftige Unternehmer, die neue Ideen entwickeln und umsetzen“, so Rauschen.
Anpassung an den Markt
HDV-Präsident Tobias Schonebeck wies auf die Transformation des Handels hin: „Der lokale Handel entwickelt sich zunehmend vom reinen Versorger zum Erlebnisanbieter.“ Um diesem Wandel zu begegnen, wurden vier erfolgreiche Beispiele präsentiert: Ingo Kretzschmar, CEO von Thalia Bücher GmbH, berichtete, dass durch die Erweiterung des Sortiments um Geschenk- und Dekoartikel sowie Spielwaren neue Umsatzpotenziale erschlossen wurden. Thomas Zumnorde stellte die Ansiedlungsstrategie seines Schuhhauses vor, das durch die Übernahme nachfolgenloser Geschäfte und Shop-in-Shop-Lösungen mit größeren Modeanbietern expandiert.
Nadine Zechlin nutzt WhatsApp als erfolgreichen Vertriebskanal, um mehr als 8.000 Kundinnen zu erreichen. Die Geschwister Merten und Jost Hannemann haben ihren Einzelhandel für Rasierbedarf durch eine Eigenmarke und einen starken Online-Vertrieb revitalisiert und über Instagram 80.000 Follower gewonnen.
Politische Rahmenbedingungen für Innovation
Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass neue Technologien zwar das Einkaufsverhalten analysieren und die Sichtbarkeit von kleinen Betrieben erhöhen können, jedoch den persönlichen Kontakt und die individuelle Beratung nicht ersetzen. Marcel Scharrelmann, MdL und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, forderte eine Senkung der Bürokratie und der Lohnnebenkosten, um den Unternehmen Freiräume für Innovationen zu schaffen. Zudem sei ein Blick in die Niederlande wertvoll: Dort zeigen Sonntagsöffnungen positive Effekte, die auch für Niedersachsen von Bedeutung sein könnten, um Wettbewerbsnachteile des stationären Handels zu beheben.

