66 Jahre Menke Gruppe: Wie ein Harener Familienunternehmen den Stahl- und Hallenbau neu erfindet

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Haren (Ems). Wer durch Haren fährt, kennt den Namen. Wer in der Region baut, hat ihn schon gehört. Und wer einmal mit ihnen gearbeitet hat, kommt wieder. Die Menke Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 66-jähriges Bestehen – und das ist kein Grund für Nostalgie, sondern für einen ehrlichen Blick nach vorne.

Gegründet 1960 von Bernhard Menke, ist das Unternehmen heute eines der profiliertesten Adressen im Stahl- und Hallenbau, Anlagenbau und modularen Raumsystemen – regional verwurzelt, national und international tätig. Geschäftsführer Bernold Menke, Diplom-Ingenieur und Sohn des Gründers, führt das Unternehmen in zweiter Generation. Mit ihm haben wir über die Fragen gesprochen, die die Branche gerade wirklich bewegen: Fachkräfte, Lieferketten, Nachhaltigkeit – und was aus Haren heraus als nächstes kommt.

Drei Marken, eine Haltung

Das Auffälligste an der Menke Gruppe 2026 ist ihre neue Struktur. Drei eigenständige Marken treten nun klar nach außen: Menke Industry für den klassischen Industrie- und Stahlbau, Menke Systems für komplexe Hallen- und Bausysteme, Menke CubeTec für modulare Raumlösungen.

„Mit den drei Marken schaffen wir klare Strukturen und stärkeren Fokus“, erklärt Bernold Menke. „Nach innen bedeutet das mehr Verantwortung und schnellere Entscheidungen, nach außen eine präzisere Positionierung und höhere Sichtbarkeit unserer Kompetenzen.“

Was dabei fast beiläufig klingt, ist in Wirklichkeit ein strategischer Generationenwechsel: „Gleichzeitig geben wir mit diesem entscheidenden Schritt unsere Kompetenzen und Verantwortung gezielt in die nächste Führungsgeneration weiter.“ Ein Signal, das im Emsland nicht unbemerkt bleibt.

„Verlässlichkeit entsteht nicht kurzfristig“

Auf die Frage, was 66 Jahre Unternehmensgeschichte im Kern ausmacht, kommt Bernold Menke schnell auf drei Punkte: Verlässlichkeit, Innovationsbereitschaft – und die Menschen.

„Die Menke Gruppe hat sich nie auf das ausgeruht, was gestern funktioniert hat. Wir haben früh erkannt, dass sich Märkte, Technologien und Kundenanforderungen ständig verändern.“ Gleichzeitig betont er: Vertrauen entstehe nicht durch kurzfristige Anreize, sondern über Jahre hinweg.

Das klingt nach dem klassischen Unternehmerbekenntnis. Aber wer sich die Mitarbeiterstruktur anschaut – viele sind seit Jahren, einige seit Jahrzehnten dabei –, merkt: Es ist mehr als eine Floskel.

Fachkräftemangel: Das Emsland ist kein Sonderfall

Der Fachkräftemangel trifft die Bau- und Handwerksbranche hart – das weiß jeder in der Region. Wie spürt das konkret ein Unternehmen wie Menke?

„Offene Stellen zu besetzen dauert länger, und der Wettbewerb um gute Mitarbeitende hat deutlich zugenommen“, sagt Menke offen. Gleichzeitig sei handwerkliches Können heute wertvoller denn je. Die Antwort des Unternehmens: Ausbildung im eigenen Haus – konsequent und langfristig gedacht.

„Viele unserer heutigen Fach- und Führungskräfte haben bei uns ihre Ausbildung begonnen.“ Besonders gesucht sind technische Profile im Metall- und Anlagenbau, Konstruktion, Montage und Projektabwicklung – aber auch kaufmännische Berufe, wo Technik und Organisation zusammenkommen.

Für potenzielle Bewerber aus dem Emsland formuliert Menke klar: „Wir wollen ein Arbeitgeber sein, der Sicherheit, Perspektive und interessante Aufgaben verbindet – regional verwurzelt, aber mit überregionalem Anspruch.“

Lieferketten-Krise: Gelernt und umgestellt

Wer in den vergangenen Jahren Stahl beschaffen musste, kennt das Gefühl: Preisexplosionen, Lieferverzögerungen, kein verlässliches Planen möglich. Auch Menke blieb davon nicht verschont.

„Die vergangenen Jahre waren für die gesamte Branche herausfordernd“, sagt Menke, ohne zu dramatisieren. Die Reaktion: engere Lieferantenbeziehungen, vorausschauende Materialplanung, weniger Abhängigkeiten. „Wir arbeiten heute breiter aufgestellt mit mehreren Partnern und achten stärker auf regionale sowie langfristig stabile Lieferbeziehungen.“

Besonders bei Großprojekten setzt Menke inzwischen auf frühzeitiges Contracting – also die frühzeitige Absicherung von Materialpreisen und Lieferterminen schon in der Planungsphase. „So schaffen wir Verlässlichkeit für unsere Kunden und mehr Planungssicherheit im gesamten Projektverlauf.“ Eine Lehre aus der Krise, die jetzt Normalpraxis ist.

Nachhaltigkeit: Pragmatisch statt ideologisch

Das Thema Nachhaltigkeit kommt auch in Haren an – aber typisch für das Emsland ohne großes Aufheben. „Wir achten darauf, Materialien möglichst effizient einzusetzen, Abfälle zu reduzieren und Prozesse kontinuierlich zu optimieren“, sagt Menke. Ökologie und Wirtschaftlichkeit sollen kein Widerspruch sein – beide Seiten werden mitgedacht.

„Für uns bedeutet das vor allem, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert zu handeln – ohne dabei die Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit aus dem Blick zu verlieren.“ Ein Satz, der zeigt: Hier wird kein grünes Marketing betrieben, sondern eine ehrliche Abwägung.

Blick nach vorne: Mehr Spezialisierung, mehr Digitalisierung

In fünf Jahren, so Menke, soll die Gruppe „noch klarer strukturiert und stärker spezialisiert“ aufgestellt sein. Die drei Marken sollen in ihren Märkten konsequent Profil zeigen. Und: Digitalisierung in Planung und Projektabwicklung wird eine größere Rolle spielen.

„Unser Ziel ist es, diese Entwicklungen aktiv zu nutzen, um unsere Leistungsfähigkeit weiter zu steigern und neue Märkte gezielt zu erschließen.“

Wer die Menke Gruppe noch nicht kennt, dem gibt Bernold Menke abschließend mit: „Wer mit uns arbeitet oder bei uns einsteigt, kann spannende Projekte, Verantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten erwarten – eingebettet in ein stabiles, familiengeführtes Umfeld.“

Menke Gruppe, Haren (Ems) Stahl- & Hallenbau | Anlagenbau | Modulare Raumsysteme www.menke.st

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