Der neue Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ beleuchtet die Rolle der ersten Konzentrationslager im Dritten Reich. Herausgegeben von der Gedenkstätte Esterwegen, bietet das Werk umfassende Einblicke in die dunkle Geschichte dieser Lager.
Einblicke in die frühen Konzentrationslager
Die frühen Konzentrationslager waren ein entscheidendes Instrument der NS-Herrschaft zur Durchsetzung von Terror und Gewalt. Ab 1933 wurden über 100 dieser Lager im Deutschen Reich eingerichtet. Der neue Sammelband, der auf Initiative der Gedenkstätte Esterwegen entstanden ist, beleuchtet deren ungeheure Bedeutung für die Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur.
Symposium zur Geschichte der Lager
In den frühen Konzentrationslagern wurden massenhafte Inhaftierungen erprobt, und viele Häftlinge litten unter brutalster Gewalt. Einige Lager existierten nur kurze Zeit, während andere über Jahre hinweg die Grundlage für das spätere KZ-System der SS bildeten. Viele SS-Männer begannen ihren Dienst in diesen Lagern und setzten die Verfolgung in den Stamm- und Außenlagern sowie während des Zweiten Weltkriegs fort. Die Geschichte dieser Einrichtungen verdeutlicht die schrittweise Zerschlagung der Demokratie im Deutschen Reich. „Es waren Labore der Gewalt“, erklärt Mitherausgeber Sebastian Weitkamp.
Regionale Geschichten im Fokus
Zu den historischen Bezirken gehören auch die Lager Esterwegen, Börgermoor und Neusustrum im Emsland. In diesen ersten, nach dem Reißbrett geplanten KZ wurden etwa 4.000 Menschen zur Zwangsarbeit im Moor eingesetzt. Ihre tragischen Schicksale werden in dem neu erschienenen Band ebenfalls ausführlich behandelt. Die AG „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ hat sich zur Aufgabe gemacht, diese dunkle Geschichte sichtbar zu machen. Der Sammelband präsentiert die Erkenntnisse von 19 Gedenkeinrichtungen aus ganz Deutschland und bündelt umfassende Forschungsarbeiten.
Zum Inhalt des Buches gehören auch rechtlich- wissenschaftliche Beiträge, in denen die Geschichten von 19 frühen Lagern dargestellt werden. Ergänzt wird das Werk durch einen Beitrag von Jens-Christian Wagner samt zwei Rahmenbeiträge über die Rolle der frühen Lager und deren Erinnerungsgeschichte in Ost- und Westdeutschland.
Der Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ ist ab sofort sowohl in der Gedenkstätte Esterwegen als auch im Buchhandel für 28 Euro erhältlich. Das Buch umfasst 512 Seiten und enthält etwa 30 Abbildungen, herausgegeben von Sebastian Weitkamp, Christoph Thonfeld, Agnes Ohm und Nicola Wenge im Wallstein Verlag Göttingen. ISBN: 978-3-8353-6055-6.

