Chemiebranche startet schwach ins Jahr 2026

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Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat im ersten Quartal 2026 einen Rückgang in der Produktion verzeichnet. Während der Gesamtumsatz zwar gestiegen ist, liegt er dennoch unter dem Vorjahreswert, was auf anhaltenden Kostendruck hinweist.

Rückgang der Produktion und Kapazitätsauslastung

Der Jahresauftakt 2026 war für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland alles andere als positiv. Im ersten Quartal sank die Produktion saisonbereinigt um 2,8 Prozent und lag damit knapp 6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Besonders starke Rückgänge waren im Pharmabereich zu verzeichnen, da Unternehmen im Vorjahr aufgrund drohender US-Zölle verstärkt produzieren mussten. Die Chemieproduktion konnte zwar leicht zulegen, blieb jedoch ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Mit einer Kapazitätsauslastung von 75,1 Prozent bleibt die Branche unter einem rentablen Niveau, was weitere Stellenabbau-Maßnahmen zur Folge hat.

Steigende Kosten und geopolitische Unsicherheiten

Faktoren wie hohe Energie-, Rohstoff- und Transportkosten belasten die chemisch-pharmazeutische Industrie zusätzlich. Der anhaltende Nahostkonflikt verschärft die bereits angespannten Lieferketten, was in steigendem Druck auf Öl-, Gas- und Naphtha-Preise resultiert. Zwar gibt es in einigen Bereichen aufgrund von Vorsichtsbestellungen eine gewisse Nachfragebelebung, eine nachhaltige Erholung wird von der VCI jedoch nicht erwartet. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup betont die Notwendigkeit einer starken politischen Antwort auf die Herausforderungen: „Die Chemie kämpft, Pharma rüstet sich für noch größere Herausforderungen. Die nackte Wahrheit ist: Die Chemie steht weiter unter Dauerstress.“

Prognose und Ausblick für die Branche

Die prognostizierten Zahlen für 2026 deuten auf ein weiterhin schwieriges Jahr hin. Trotz eines saisonbereinigten Umsatzanstiegs um 2,1 Prozent auf 50,9 Milliarden Euro bleibt der Umsatz 5,4 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Die zusätzliche Nachfrage zu Jahresbeginn könnte teilweise auf Vorsichtsbestellungen zurückzuführen sein und wenig über eine echte Markterholung aussagen. Zudem stoppt der Abwärtstrend bei den Erzeugerpreisen zwar kurzfristig, doch die steigenden Rohöl- und rohölnahen Produktpreise führen zu einem erhöhten Kostendruck. Der VCI fordert daher eine klare industriepolitische Strategie und einen fairen internationalen Umgang, insbesondere mit China, um den Standort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig zu halten.

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