Die Pflegebedürftigkeit kann Schamgefühle auslösen, die häufig unausgesprochen bleiben. Der ZQP-Ratgeber bietet praktische Tipps, um diese Emotionen im Pflegealltag zu bewältigen.
Schamgefühle im Pflegebereich verstehen
Scham ist ein Gefühl, das vor allem im Kontext von Pflege sehr häufig auftritt. Viele Pflegebedürftige empfinden Scham, wenn sie von anderen abhängig sind oder sich in intimen Momenten, wie bei der Körperpflege, verletzlich fühlen. Diese Emotion stört nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann auch die Lebensfreude mindern und zu sozialem Rückzug führen. Gleichzeitig haben pflegende Angehörige oft mit eigenen Schamgefühlen zu kämpfen, wenn sie diese sensiblen Aufgaben übernehmen müssen und sich unter Druck gesetzt fühlen, den Erwartungen anderer gerecht zu werden.
Tipps für einen schamsensiblen Pflegealltag
Im Ratgeber „Scham – Praxistipps für den Pflegealltag“ des ZQP erhalten Betroffene wertvolle Hinweise, wie sie konstruktiv mit diesen Gefühlen umgehen können. Daniela Sulmann, Geschäftsleiterin des ZQP, betont die Wichtigkeit von offenem Austausch: „Es ist entscheidend, die Schamgefühle und -grenzen sowohl bei sich selbst als auch bei der anderen Person wahrzunehmen.“ Ein offenes Gespräch darüber, was Scham auslöst, kann oft entlastend und zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses beitragen. Vereinbarungen über klare Regeln für die Pflege – darunter die Absprache über Aufgabenverteilung und Hilfewünsche – können dazu beitragen, schamhafte Situationen zu minimieren.
Selbstwertgefühl stärken und Unterstützung suchen
Für pflegebedürftige Menschen ist es wichtig, soweit wie möglich selbstständig zu agieren, was wiederum das Selbstwertgefühl stärkt. Pflegende Angehörige sollten ebenfalls auf ihre eigenen Bedürfnisse achten und ihr Selbstwertgefühl stärken. Wenn Schamgefühle jedoch zur dauerhaften Belastung werden, ist es ratsam, professionelle psychologische oder pflegerische Beratung in Anspruch zu nehmen. «Wenn negative Emotionen den Alltag beeinträchtigen, sollte auch eine Veränderung der Pflegekonstellation in Betracht gezogen werden, etwa durch die Einbeziehung eines ambulanten Pflegedienstes», rät Sulmann. Der Ratgeber steht ab sofort kostenlos zum Download auf der Webseite der Stiftung ZQP zur Verfügung.

