Niedersachsen präsentiert den „Niedersächsischen Weg“ zur Vereinfachung des Bauens. Ziel ist es, Wohnraum schneller und kostengünstiger zu realisieren.
Der Niedersächsische Weg für kostengünstiges Bauen
Eine Woche vor der Real Estate Arena 2026 haben Vertreter aus Politik und Bauwirtschaft in Hannover den „Niedersächsischen Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen“ vorgestellt. Wirtschafts- und Bauminister Grant Hendrik Tonne und Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen, präsentierten den Abschlussbericht des Bündnisses für bezahlbares Wohnen. Minister Tonne betonte, dass bezahlbarer Wohnraum nicht durch immer neue Anforderungen, sondern durch Vereinfachung und schnellere Verfahren geschaffen werden kann.
Vier Handlungsfelder für den Wohnungsbau
Die neue Roadmap, entwickelt mit rund 40 Fachleuten aus Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Planung und Baupraxis, fokussiert auf vier wesentliche Schwerpunkte. Erstens sollen durch Basisstandards überflüssige technische Komplexität sowie kostenintensive Bauelemente vermieden werden, um die Baukosten zu senken. Zweitens wird die optimierte Projektplanung durch kooperative Strukturen und Best-Practice-Ansätze wie das „Hildesheimer Modell“ gefördert, was eine frühzeitige Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglicht.
Drittens spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle: Bereits 101 Bauaufsichtsbehörden in Niedersachsen bieten digitale Bauanträge an. Methoden wie Building Information Modeling (BIM) und Künstliche Intelligenz sollen dazu beitragen, Planung und Bauabläufe deutlich zu beschleunigen. Schließlich soll viertens die Einführung von Mitteilungsverfahren und Genehmigungsfiktionen die Zeit bis zum Baubeginn erheblich verkürzen.
Bestandsgebäude im Blick
Dr. Susanne Schmitt hob hervor, dass der Ansatz des Niedersächsischen Weges auch für die Bestandssanierung von großer Bedeutung ist. Die notwendige klimagerechte Transformation der Gebäude müsse ebenfalls einfacher und kostengünstiger gestaltet werden. Sie forderte den Bund auf, die entsprechenden Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) anzupassen.
Der Veranstaltungsort des Pressegesprächs, der Box Tower in Hannover, symbolisiert das Zukunftsbild der Branche. Revitalisierung, Umnutzung und die Weiterentwicklung bestehender Gebäude spielen in der Bauwirtschaft eine zunehmend wesentliche Rolle.
Real Estate Arena 2026 im Fokus
Die Ergebnisse des Niedersächsischen Weges werden auf der Real Estate Arena 2026 einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Die Messe findet am 10. und 11. Juni auf dem Messegelände in Hannover statt. Rund 400 ausstellende Unternehmen und mehr als 8.000 Besucher aus verschiedenen Bereichen der Bau- und Wohnungswirtschaft werden erwartet.

