Vom 15. bis 19. Juni 2026 findet die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung statt, die auf die Schwierigkeiten mit dem Pfändungsschutzkonto (P-Konto) aufmerksam macht. Insbesondere in Niedersachsen kämpfen viele Betroffene um den Zugang zu ihren finanziellen Mitteln. Die Problematik betrifft rund 2,75 Millionen Menschen in Deutschland.
Schutz durch das P-Konto: Theorie und Praxis
Das Pfändungsschutzkonto, oder P-Konto, soll sicherstellen, dass Betroffene auch bei einer Kontopfändung weiterhin Zugriff auf ihre existenzsichernden Mittel haben. Doch in der Realität kommt es häufig zu Problemen. Wie die Schufa berichtet, nutzen viele Menschen in Deutschland dieses Konto, aber viele Banken verweigern die notwendige Umwandlung in ein P-Konto, kündigen bestehende Konten oder verzögern die Einrichtung. Die Folgen sind gravierend: Mieten bleiben unbezahlt, Strom wird abgestellt und Bargeld für den Alltag fehlt.
Beratungsstellen in Niedersachsen: Unterstützung und Forderungen
In Niedersachsen stehen den Betroffenen 254 anerkannte Schuldnerberatungsstellen zur Verfügung, darunter 118 Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege. Hans-Joachim Lenke, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen, betont die wichtige Rolle dieser Beratungsstellen. Sie setzen sich nicht nur für Unterstützung bei der Schuldenbewältigung ein, sondern auch für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben durch die Banken.
Sozialminister Dr. Andreas Philippi unterstreicht die Dringlichkeit, bürokratische Hürden für überschuldete Menschen zu beseitigen. Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände fordert klare Standards für Banken, Sanktionen bei Verstößen und die Schaffung erreichbarer Beschwerdeinstanzen für Betroffene. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass das P-Konto seinen ursprünglichen Zweck erfüllt und den Menschen tatsächlich hilft, ihr Geld zu behalten.

