Die Gedenkstätte Esterwegen eröffnet die Wanderausstellung „Picturing the Unimaginable“. Zehn Künstler aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien thematisieren mit Comics die Verbrechen des Nationalsozialismus. Der Eintritt ist frei und die Ausstellung läuft bis zum 6. Dezember 2026.
Multimediale Präsentation zur NS-Geschichte
Die Wanderausstellung „Picturing the Unimaginable / Das Unvorstellbare zeichnen“ in der Gedenkstätte Esterwegen bietet eine einzigartige Perspektive auf die Geschehnisse des Nationalsozialismus. Zehn zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien präsentieren ihre Werke, die historische Ereignisse durch Comics und Graphic Novels erfahrbar machen. Die Ausstellung wird durch historische Objekte und audiovisuelle Inhalte von Experten und Zeitzeugen bereichert. Die Künstler*innen reflektieren die Grenzen der Darstellung von Gewalt, was die Diskussion über die Erzählbarkeit von Geschichte anregt.
Einblicke in regionalhistorische Verbindungen
Gedenkstätten-Co-Leiter Martin Koers unterstrich anlässlich der Eröffnung die besondere regionale Relevanz der Ausstellung. Ein in der Schau vorgestellter Comic erzählt das Schicksal von Männern aus dem niederländischen Putten, die in die Lager Dalum und Versen deportiert wurden. Koers zitiert einen Überlebenden, dessen Schilderung über die extremen Lebensbedingungen im Lager eindrücklich verdeutlicht: „Neben uns war ein Kriegsgefangenenlager. Manchmal über 30 cm Schnee, manchmal –17 Grad. Aber immer kalt, durch und durch kalt.“

Ein historischer Comic als Ausgangspunkt
Der Anstoß für die Ausstellung kam durch die Wiederentdeckung eines rund 80 Jahre alten Comics. Historiker Kees Ribbens vom niederländischen NIOD-Institut fand die 1944 verfasste Bilderzählung „Nazi Death Parade“ von August M. Fröhlich, die die Gräuel des Holocausts thematisiert. Diese Bilderzählung wurde 1945 in den USA veröffentlicht, als viele Vernichtungslager noch aktiv waren. Die Ausstellung stellt die Frage, wie heutige Künstler die Thematik aufbereiten und interpretiert. Bas Kortholt, historischer Berater und Kurator der Gedenkstätte Westerbork, betonte bei der Eröffnung den künstlerischen Anspruch der Ausstellung: „Die Beteiligten suchen eigene visuelle Formen, um sich dem Unbeschreiblichen zu nähern.“
In Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Westerbork, der Kaserne Dossin, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, dem NIOD-Institut und dem Verlag Scratch Books entstand diese beeindruckende Ausstellung. Begleitend ist ein bewährter Graphic-Novel-Band in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch im Buch-Shop der Gedenkstätte erhältlich.

