Nachfahren von Julius Moses besuchen Lingen

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Die Stadt Lingen hat die Nachfahren von Julius Moses im Historischen Rathaus empfangen. Anlass war die Umbenennung der Sauerbruchstraße in Julius-Moses-Straße.

Besuch aus aller Welt

Am Sonntagmittag begrüßte der Erste Bürgermeister Stefan Heskamp die Familienangehörigen von Julius Moses im Historischen Rathaus. Diese waren aus Australien, England, Irland, Schottland, Italien und den USA angereist, um an den Feierlichkeiten zur Ehrung ihres Vorfahren teilzunehmen. Heskamp hob hervor, wie bedeutend der Besuch der Familienangehörigen ist: „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass die Familien diese weiten Wege auf sich genommen haben, um nach Lingen zu kommen. Ihr Besuch zeigt, welche Bedeutung die Erinnerung an Julius Moses und sein Wirken bis heute hat.“

Ein Blick in die Vergangenheit

Bereits am Vortag hatten die Nachfahren die Möglichkeit, die Geschichte der Stadt näher kennenzulernen. Museumsdirektor Dr. Christof Spannhoff führte die Angehörigen durch die Lingener Innenstadt und vermittelte aufschlussreiche Einblicke in die Stadtgeschichte. Gemeinsam mit Simon Göhler, dem Vorsitzenden des Forums Juden-Christen Altkreis Lingen, besuchten sie zudem die Jüdische Schule und erfuhren mehr über das jüdische Leben in der Region.

Ein Erbe der Menschlichkeit

Paul Nemitz, ein Enkel von Julius Moses, ergriff ebenfalls das Wort und zeigte sich erfreut über die ehrende Umbenennung der Straße. Er betonte die gute Lage der neuen Julius-Moses-Straße im Stadtteil Damaschke, wo das Thema menschenwürdige Wohnverhältnisse besonders wichtig war. Julius Moses, als Arzt, erkannte den engen Zusammenhang zwischen Armut, Wohnverhältnissen und Gesundheit. Daraus resultierte sein politisches Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Menschen. Sein Ziel war es, nicht nur Krankheiten zu behandeln, sondern deren soziale Ursachen anzugehen.

Mit dieser Veranstaltung im Historischen Rathaus würdigte die Stadt Lingen nicht nur das Andenken an Julius Moses, sondern auch die Bedeutung der Erinnerungskultur, die gerade in heutigen Zeiten von großer Relevanz ist.

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