Ein Festakt an der Kriegsgräberstätte Wesuwe markiert den Abschluss eines bedeutenden Projekts zur Erinnerungskultur. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haren haben neue Geschichts- und Erinnerungstafeln eingeweiht, die die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit unterstützen.
Projekt zur Erinnerungskultur in Wesuwe
Im Rahmen eines Festaktes wurde die Neugestaltung der Kriegsgräberstätte Wesuwe, die 15 ehemaligen nationalsozialistischen Emslandlagern zugeordnet ist, gefeiert. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haren präsentierten neue Geschichts- und Erinnerungstafeln, die im Zuge einer Kooperation zwischen der Gedenkstätte Esterwegen und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge entstanden sind.

Partizipative Projektarbeit der Schüler
Die Initiative, die 2021 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, historische Lagerfriedhöfe im Emsland und der Grafschaft Bentheim durch wissenschaftlich fundierte Beschilderung für die Bildungsarbeit und die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Projektgruppe des 11. Jahrgangs arbeitete ein ganzes Schuljahr lang an den Inhalten der Tafeln. Unter der fachlichen Leitung von Katrin Kleesiek-Herding und unterstützt von Historikerin Jacqueline Meurisch sowie Bildungsreferentin Kristina Seibel erforschten die Schüler die Geschichte des NS-Zwangslagers Wesuwe und rekonstruierten Biografien von Verfolgten.
Schüler als Botschafter der Erinnerung
In ihren Reden während der Einweihungszeremonie betonten Schulleiterin Dunja Gerdes und die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Auseinandersetzung mit der Geschichte vor Ort. Landrat Marc-André Burgdorf und Bürgermeister Markus Honnigfort hoben die Notwendigkeit hervor, aktiv für die Demokratie und die Menschenrechte einzutreten. Dr. Martin Koers von der Gedenkstätte Esterwegen würdigte die Arbeit der Jugendlichen, welche die Würde verstorbener sowjetischer Kriegsgefangener zurückgegeben haben. Der Projektabschluss verdeutlicht die erfolgreiche Zusammenarbeit von Schule, Wissenschaft und Bürgergesellschaft.

