Die Reaktivierung der Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) bietet große Chancen für die Region. Am 3. Juli fand eine Sonderfahrt statt, um die Möglichkeiten für den Schienenpersonennahverkehr aufzuzeigen.
Reaktivierung der Bahnstrecke als Zukunftsprojekt
Die Geschichte der Meppen-Haselünner Eisenbahn ist lang und wechselvoll. Seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert wurde die Strecke von Meppen nach Essen (Oldb.) vielfach genutzt. Heute setzen die Landkreise Emsland und Cloppenburg auf eine Reaktivierung, um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wieder zu etablieren. Damit könnte nicht nur der Pendlermarkt erschlossen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende geleistet werden.
Am vergangenen Freitag, dem 3. Juli, fuhr ein Sonderzug, besetzt mit politischen Vertretern und Interessierten, von Meppen nach Löningen und zurück. „Die SPNV-Sonderfahrt soll ein erster Einblick in das Potenzial der Reaktivierung geben“, erklärte Marc-André Burgdorf, Landrat des Landkreises Emsland. „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass diese Strecke wieder in Betrieb genommen wird, was für Pendler und Reisende eine große Erleichterung wäre.“
Studien belegen wirtschaftliches Potenzial
Die rund 51 Kilometer lange Strecke wird momentan nur für Güterverkehr und museale Fahrten genutzt. Doch erste Studien, darunter eine Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Braunschweig, zeigen auf, dass ein attraktiver Stundentakt mit modernen Triebwagen auf der Strecke realisierbar ist. Laut einer Nutzen-Kosten-Untersuchung wird auch das wirtschaftliche Potenzial einer künftigen Reaktivierung deutlich. Bei einem Stundentakt könnten täglich rund 3.200 Fahrgäste auf der Strecke erwartet werden, was besonders den Orten Haselünne, Löningen und Meppen zugutekommen würde.
Eine Analyse der Projektkosten kam zudem zu dem Ergebnis, dass die ursprünglich veranschlagten 106,9 Millionen Euro für die Reaktivierung auf etwa 64,2 Millionen Euro gesenkt werden konnten. Landrat Burgdorf und sein Cloppenburger Kollege Johann Wimberg bekräftigten die Bedeutung dieser Erkenntnisse während der Sonderfahrt. „Für etwa 64 Millionen Euro könnte die Strecke für den SPNV reaktiviert werden“, so die beiden Landräte.


Herausforderungen und Fortschritte
Trotz der positiven Prognosen gab es bereits Rückschläge. Die Strecke wurde im Landesprogramm 2023 vorläufig nicht berücksichtigt. Im Jahr 2024 gelang es aber, sie erneut ins Auswahlverfahren aufzunehmen. 2025 schied die Strecke aufgrund der damals noch hohen Investitionskosten von über 106 Millionen Euro erneut aus. Doch die infrastrukturellen Voraussetzungen wurden nichtsdestotrotz kontinuierlich verbessert. Von 2013 bis heute wurden etwa 14,5 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau der Strecke investiert.
Die Sonderfahrt verdeutlichte den lokalen Akteuren, welche Chancen eine Wiederbelebung des Personenverkehrs bieten könnte. Informationen zur Geschichte der Bahnstrecke sowie nähere Hintergründe zur Reaktivierung sind auf der Webseite meppen-essen.de abzurufen.

