Im Schuljahr 2024/2025 gehört mehr als jede dritte Lehrkraft in Deutschland der Altersgruppe 50plus an. Dies geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die auch einen deutlichen Anstieg der Teilzeitquote und alternative Einstiegswege in den Lehrerberuf thematisieren.
Lehrkräftemangel und Altersstruktur
WIESBADEN – Vor dem Hintergrund des anhaltenden Lehrkräftemangels ist die Altersstruktur unter den Lehrkräften in Deutschland von großer Bedeutung. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) lag der Anteil der Lehrkräfte, die zwischen 50 und 59 Jahre alt sind, im Schuljahr 2024/2025 bei 25,4 %. Zusätzlich sind 10,0 % der Lehrkräfte 60 Jahre oder älter. Damit ist über ein Drittel (35,4 %) der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, während die unter 35-Jährigen lediglich 20,3 % des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen ausmachen.
Teilzeitquote erreicht Rekordhöhe
Ein weiterer Aspekt, der im Zusammenhang mit dem Lehrkräftemangel steht, ist die steigende Teilzeitquote unter den Lehrkräften. Diese hat in den letzten Jahren neue Höchststände erreicht. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Viele Lehrkräfte entscheiden sich möglicherweise bewusst für Teilzeitarbeit, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern oder um sich vor Überlastung zu schützen. Die steigende Teilzeitquote könnte jedoch auch auf das Streben nach Flexibilität in einem zum Teil sehr anspruchsvollen Berufsfeld hinweisen.
Neue Wege ins Lehrerzimmer
Ein bemerkenswerter Trend ist der Anstieg der Lehrkräfte, die über Quer- oder Seiteneinstiege in den Beruf gelangen. Mehr als jede zehnte Lehrkraft hat keine anerkannte Lehramtsprüfung. Dies könnte Zeichen für einen drohenden Mangel an qualifizierten Lehrkräften sein und gleichzeitig eine Chance darstellen, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen in die Schulen zu integrieren. Dennoch wirft dieser Trend Fragen auf, wie die Qualität des Unterrichts langfristig gesichert werden kann.

