Der Deutsche Bauernverband (DBV), der Zentralverband Gartenbau (ZVG) und die Familienbetriebe Land und Forst äußern Bedenken gegenüber geplanten bürokratischen Maßnahmen. Diese könnten die Direktvermarktung frischer Produkte erheblich belasten.
Registrierkassenpflicht sorgt für Widerstand
Im Rahmen des Aktionsplans zur Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität haben führende Agrarverbände ihre Kritik an der geplanten Einführung einer Registrierkassenpflicht geäußert. Laut dem Deutschen Bauernverband (DBV), dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) und den Familienbetrieben Land und Forst würde diese Regelung zu enormen Zusatzkosten und organisatorischem Aufwand führen. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe, die ihre Produkte direkt ab Hof, auf Wochenmärkten oder über saisonale Verkaufsstellen vermarkten. Die Verbände warnen, dass die Anschaffung und der Betrieb von Registrierkassen den Zugang zu diesen Vertriebswegen erheblich erschweren würde.
Verlängerung der Aufbewahrungsfristen als zusätzliche Belastung
Ein weiterer Kritikpunkt der Verbände ist die geplante Verlängerung der Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege auf 15 Jahre. Während viele Unternehmen eine spürbare Entlastung bei der Dokumentation erwarten, sehen die Verbände in dieser Maßnahme eine zusätzliche Belastung. „Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Mit diesen neuen Anforderungen steht sie jedoch genau in der entgegengesetzten Richtung“, so ein Sprecher der Verbände.
Bewährte Zahlungsmethoden bedroht
Die offenen Ladenkassen, die seit Jahren bei der Vermarktung frischer Erzeugnisse erfolgreich genutzt werden, stehen ebenfalls auf der Kippe. Diese Kassenform unterliegt bereits jetzt strengen Auflagen und ermöglicht eine effiziente Abwicklung der Verkäufe. Laut den Verbänden wäre die Einführung von Registrierkassen nicht nur unverhältnismäßig, sondern würde auch die Tradition und Flexibilität der Direktvermarktung gefährden. „Das ist der falsche Weg. Wir müssen die Rahmenbedingungen für unsere Betriebe verbessern und nicht verschärfen“, appellieren die Vertreter vor dem Hintergrund der anhaltenden Herausforderungen in der Landwirtschaft.

