Im Juli 2026 stehen am Landgericht Osnabrück mehrere Strafverfahren an, die die Region betreffen. Angeklagte aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und Osnabrück müssen sich wegen schwerer Vergehen verantworten. Die Fallpalette reicht von Vergewaltigung bis zu Betrugsdelikten.
Schwerer Vorwurf aus Nordhorn
Am 27. Juli 2026 startet ein Verfahren gegen einen 33-jährigen Mann aus Nordhorn, der bereits in der Justizvollzugsanstalt Lingen einsitzt. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung, räuberischer Diebstahl, Freiheitsberaubung, schwere räuberische Erpressung und Vergewaltigung vorgeworfen. Laut Anklage soll er im März 2026 gewaltsam in eine Wohnung eingedrungen sein, von der er Bargeld und Wertgegenstände entwendete. Die Bewohnerin wurde dabei, als sie versuchte, ihn daran zu hindern, gewalttätig angegriffen und eingesperrt. In einem erneuten Vorfall, einige Tage später, soll er die Frau in ihrer Wohnung schwer verletzt haben. Der Prozess wird am 29. und 31. Juli fortgeführt.
Vergewaltigungsvorwürfe vor der Jugendkammer
Die Große Jugendkammer verhandelt mehrere Fälle mit Vergewaltigungsvorwürfen. Ab dem 15. Juli 2026 steht ein 40-jähriger Mann aus dem Landkreis Osnabrück vor Gericht, dem vorgeworfen wird, im Oktober 2024 einer Minderjährigen Kokain übergeben und sie anschließend in einem Waldstück vergewaltigt zu haben. Ein weiteres Verfahren gegen einen 57-jährigen Angeklagten beginnt am 16. Juli; er soll eine Frau, die er über einen Chatroom kontaktierte, in seiner Wohnung in Osnabrück vergewaltigt haben. Ab dem 17. Juli wird zudem ein 26-jähriger Mann aus dem Emsland angeklagt, der im August 2025 eine Frau in seiner Wohnung in Haselünne vergewaltigt haben soll. Diese Verfahren erstrecken sich über mehrere Fortsetzungstermine bis in den August.
Betrug und Diebstahl verhandelt
In der 15. Großen Strafkammer laufen seit dem 13. Juli 2026 Prozesse gegen Vermögensdelikte. Ein 32-jähriger Mann aus Meppen steht vor Gericht, weil er in 34 Fällen Betrug begangen haben soll. Er verkaufte über Internetplattformen Waren unter falschem Namen, kassierte das Geld jedoch, ohne die Ware zu versenden. Zudem wird ihm vorgeworfen, eine Frau durch eine Schein-Liebe um fast 3.000 Euro betrogen zu haben. Ein anderer Fall betrifft eine 37-jährige Frau, die in einem Berufungsverfahren rund 85.000 Euro erbeutet haben soll, indem sie sich als Pflegekraft ausgab. Außerdem richten sich weitere Verfahren gegen einen 52-jährigen Mann, der Drogen verkauft haben soll, und eine 24-jährige Frau, die in einem betrügerischen Callcenter tätig war.
Weitere Verhandlungen im Überblick
Darüber hinaus sind zahlreiche kleinere Berufungsverfahren angesetzt, viele davon im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen. Angeklagte aus Hasbergen und Lingen stehen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte vor Gericht. Zudem erwarten mehrere Diebstahlsfälle eine Verhandlung. So wird ein 49-jähriger Mann aus Werlte beschuldigt, Einbrüche in verschiedenen Emsland-Gemeinden verübt zu haben. Am 30. Juli 2026 wird die Berufung gegen einen 25-jährigen Mann aus Lingen verhandelt, der wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Inhalten verurteilt worden ist. Auch andere Delikte, wie Körperverletzung und Beleidigung, werden in den kommenden Wochen behandelt.
Die Informationen stammen aus den Terminvorschauen des Landgerichts Osnabrück für die Wochen vom 13. bis 31. Juli 2026. Bis zum rechtskräftigen Urteil gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung. Das Gericht informiert zudem, dass Termine kurzfristig ausfallen oder verschoben werden können.

