Die niedersächsischen Landwirte setzen vermehrt auf freiwillige Ökoregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik. Bis zum Stichtag am 31. Mai 2026 wurden über 26.600 Agraranträge eingereicht.
Hohe Teilnahme an Ökoregelungen in Niedersachsen
In Niedersachsen nehmen 2026 insgesamt 26.657 Betriebe an mindestens einer Ökoregelung teil. Dies entspricht einer Bewirtschaftungsfläche von rund 635.000 Hektar. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Grünlandmaßnahmen, die besonders nachgefragt werden. Laut Auswertung der Agraranträge wurden im Rahmen der Kennartenregelung (ÖR 5) für artenreiches Dauergrünland über 202.700 Hektar von 8.839 Betrieben beantragt.
Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel
Darüber hinaus setzen Landwirte rund 54.000 Hektar um, um auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten (ÖR 6). Hier haben sich 6.585 Betriebe beteiligt, was im Vergleich zum Vorjahr einen zusätzlichen Verzicht auf circa 4.000 Hektar zur Folge hat. Diese Entwicklungen zeigen eine klare Tendenz zu umweltfreundlicheren Anbaumethoden und einem höheren Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft.
Staatssekretärin: Freiwillige Maßnahmen stärken Biodiversität
Frauke Patzke, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, betont die Bereitschaft der Landwirte, sich aktiv für Klima-, Natur- und Artenschutz einzusetzen. Sie fordert die Fortführung und den Ausbau dieser Maßnahmen über die Finanzierungsperiode hinaus. Die hohe Teilnehmerzahl an den Maßnahmen zeigt, dass eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander vereinbar sind.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Fläche, auf der Ökoregelungen in Niedersachsen umgesetzt werden, 2026 um etwa 11,9 % gewachsen. Auch die Zahl der Antragstellenden verzeichnet einen Zuwachs von 1,7 %. Besonders stark ist der Anstieg bei den Ökoregelungen „Kennarten“ (ÖR 5) und „Anbau vielfältiger Kulturen“ (ÖR 2), deren Flächenanteile um 17,4 % beziehungsweise 26,7 % gestiegen sind. Diese positive Entwicklung deutet auf ein wachsendes Interesse an ökologischen Anbaumethoden hin.

