Die Gesundheitsversorgung in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim steht vor großen Herausforderungen. Prognosen zeigen, dass bis 2040 der Versorgungsgrad in Quakenbrück auf lediglich 55 Prozent fallen könnte. Die Kombination aus alternder Bevölkerung und abgehenden Hausärzten sorgt für besorgniserregende Zahlen.
Situation der hausärztlichen Versorgung verschärft sich
Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen hat alarmierende Berechnungen veröffentlicht, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) ausgewertet wurden. Demnach sinkt der hausärztliche Versorgungsgrad in vielen Städten der Region drastisch. Insbesondere in Quakenbrück droht im Jahr 2040 ein Rückgang auf nur 55 Prozent. Auch Bramsche, Meppen und Georgsmarienhütte sind betroffen von einer sich zuspitzenden Versorgungssituation. Der Bedarf an Hausärzten wird aufgrund der alternden Bevölkerung stetig wachsen, während gleichzeitig viele praktizierende Ärzte in den Ruhestand gehen. Aktuell ist über 40 Prozent der Hausärzte in der Region älter als 60 Jahre.
Gesundheitsversorgung als Standortfaktor
Die Bedeutung einer verlässlichen Gesundheitsversorgung für die Wirtschaft in der Region wird auch in den aktuellen IHK-Standortumfragen deutlich. 96 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die Gesundheitsversorgung als wichtigen Standortfaktor, doch nur 56 Prozent sind mit der Versorgungslage zufrieden. IHK-Präsident Uwe Goebel nennt die Ergebnisse „alarmierend“ und betont, dass eine leistungsfähige hausärztliche Versorgung entscheidend für die Attraktivität des Standorts für Unternehmen und Fachkräfte ist. Seine Forderung: Die Region müsse in die Gesundheitsversorgung investieren, insbesondere in die Verfügbarkeit von Ärzten sowie in innovative Ansätze zur Patientenversorgung.
Maßnahmen zur Sicherung der ärztlichen Versorgung
Die KVN und die Landkreise der Region haben bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die hausärztliche Versorgung zu sichern. Unterstützende Programme für Ärzte bei der Niederlassung sowie Stipendien für Medizinstudierende sollen helfen, den Ärztemangel zu bekämpfen. Zudem gibt es Beratungsangebote, die die Gründung und Übernahme von Arztpraxen erleichtern. Trotz dieser Initiativen besteht jedoch das Risiko, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um den Ärztemangel in allen Bereichen der Region zu beheben. Goebel regeniert daher zusätzliche Anstrengungen an. Möglichkeiten wie die Beschleunigung der Anerkennung ausländischer Ärzte oder der Ausbau telemedizinischer Angebote sollten ernsthaft in Betracht gezogen werden.

