Der NABU Niedersachsen fordert einen Kurswechsel im Umgang mit der Weser, um den Herausforderungen des Klimawandels besser zu begegnen. Statt weiterer Vertiefungen fordert die Naturschutzorganisation eine Renaturierung, um die Widerstandsfähigkeit der Flüsse zu stärken.
Kurswechsel im Umgang mit Flüssen notwendig
In Anbetracht der aktuellen Niedrigwasserlage an deutschen Bundeswasserstraßen hat der NABU Niedersachsen Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne aufgefordert, die Pläne zur weiteren Vertiefung der Weser zu überdenken. Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, macht deutlich: „Wir können unsere Flüsse nicht unbegrenzt an die Schifffahrt anpassen. Die Klimakrise verändert die Rahmenbedingungen grundlegend.“ Er betont die Notwendigkeit, Wasser länger in den Landschaften zu halten und die Flüsse widerstandsfähiger zu machen.
Risiken durch Vertiefungen erkennen
Frühere Vertiefungen haben bereits zu erheblichen Veränderungen der Weser und ihrer angrenzenden Lebensräume geführt. Angesichts der zunehmenden Niedrigwasserproblematik hält der NABU Niedersachsen eine weitere Vertiefung für einen falschen Ansatz. „Es wäre widersinnig, gerade in Zeiten vermehrter Wetterextreme auf eine tiefere Weser zu setzen“, warnt Buschmann. Stattdessen fordert er ein stärkeres Augenmerk auf die ökologischen Aspekte der Flusslandschaft.
Renaturierungsprojekte als Lösung
Ein Beispiel für alternative Lösungsansätze bietet die Arbeit des NABU Niedersachsen an der Oberweser. Mit Projekten wie der Auenlandschaft Hohenrode engagiert sich der Verband für die Sicherung wertvoller Lebensräume und die Stärkung der ökologischen Integrität des Flusses. Die Initiative für ein Blaues Band der Oberweser zielt darauf ab, Auen aufzuwerten und Altarme wieder anzubinden. „Unsere Ehrenamtlichen zeigen, wie Fluss- und Auenschutz funktioniert“, sagt Buschmann. Ein ganzheitlicher Ansatz beim Flussmanagement ist unerlässlich.
Der NABU fordert zudem eine Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts durch die Renaturierung von Auen und Mooren. Intakte Ökosysteme können während Trockenperioden Wasser speichern und während Hochwasser als Rückhalteräume fungieren. Buschmann erklärt: „Wir müssen die Weser als zusammenhängendes Ökosystem begreifen und nicht durch ständige Vertiefungen gefährden.“ Dabei kann der Biber durch seine natürlichen Lebensweisen zur Wasserspeicherung ebenfalls beitragen.
Buschmann schließt mit der Anmerkung, dass Niedersachsen als wichtiges Hafen- und Logistikland eine nachhaltige Strategie benötigt, um den Herausforderungen der Klimakrise gerecht zu werden. Die Kombination aus umweltfreundlicher Wirtschaft und Naturschutz ist der Schlüssel zur Zukunft.

