Die niedersächsischen Seehäfen schließen das erste Halbjahr 2026 mit einem deutlichen Umschlagsplus von 7 % ab, was auf die steigenden Zahlen bei Stückgütern und Containern zurückzuführen ist. In Zeiten herausfordernder Marktbedingungen belegen die aktuellen Zahlen den Erfolg der Hafenwirtschaft in der Region.
Wachstumsfaktoren und Herausforderungen
Die Gruppe der neun niedersächsischen Seehäfen verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Gesamtumschlag von 31,1 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 7 % im Vergleich zum Vorjahr, als 29,1 Millionen Tonnen umgeschlagen wurden. Besonders erfreulich ist der Zuwachs im Containerumschlag, der mit 898.211 TEU ein Plus von 36 % verzeichnet. Stückgüter, darunter Windenergiekomponenten und metallische Erzeugnisse, machten 12 Millionen Tonnen aus und wuchsen somit um 25 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.
Regionale Entwicklungen der Seehäfen
In Brake betrug das Umschlagsvolumen in der ersten Jahreshälfte 2,45 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 12 % entspricht. Dieser negative Trend ist vor allem auf den gesunkenen Umschlag von Getreide und Futtermitteln zurückzuführen. Ein positiver Lichtblick hingegen sind die gestiegenen Zahlen im Bereich der Windenergiekomponenten. Der Cuxhaven-Hafen berichtete von einem Rückgang von 32 % im Güterumschlag, der durch große Baumaßnahmen im Vorjahr beeinflusst wurde. Allerdings zeigt sich das Geschäft mit Stückgütern, insbesondere den Komponenten zur Windenergieerzeugung, robust.
Der Hafen von Emden meldete im ersten Halbjahr 2,3 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 5 % entspricht. Stattdessen wird eine starke Nachfrage nach Windenergieanlagen festgestellt. In Leer stieg das Güteraufkommen hingegen um 15 % auf insgesamt 107.000 Tonnen, da Baustoffe und Eisen dominieren. In Papenburg erzielte man ein leichtes Wachstum von 3 % mit 335.025 Tonnen, während der Hafen Stade mit 3,2 Millionen Tonnen einen Zuwachs von 24 % verzeichnete, was auf die steigende Nachfrage der ansässigen Industrien zurückzuführen ist.
Blick in die Zukunft
In der durch Inke Onnen-Lübben, der Geschäftsführerin der Seaports of Niedersachsen GmbH, kommentierten Umschlagszahlen spiegelt sich die derzeitige Marktlage wider. Während die positiven Entwicklungen bei Containern und spezifischen Massengütern ermutigen, zeigen sich auch Herausforderungen wie Zollbeschränkungen und hohe Energiekosten. Die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen und regulatorische Anforderungen beeinflussen die Umsatzströme erheblich. Die Hafenwirtschaft steht somit auch weiterhin vor der Aufgabe, auf die sich verändernden Märkte flexibel zu reagieren und die Kundenzufriedenheit sicherzustellen.

